Drei Männer gehen eine Stiege hinab. Es sind die ÖVP-Politiker Gödl, Stocker und Wöginger.
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Wie August Wöginger zurücktritt, aber doch in der Politik bleibt

Als ÖVP-Klubchef ist August Wöginger zurückgetreten, als Obmann des Arbeitnehmerbundes und Sozialsprecher wird er die Geschicke seiner Partei – und des Landes – weiter mitbestimmen.

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Wer genau ist eigentlich Ernst Gödl? Sogar einzelnen Mitgliedern des ÖVP-Parteivorstands war der steirische Abgeordnete nur dem Namen nach bekannt. Das Internet lieferte die notwendigen Informationen, bevor die Führungsgremien der ÖVP Montagabend – die Landesparteichefs waren per Video-Konferenz zugeschaltet – den Vorschlag ihres Bundesparteiobmanns Christian Stocker absegneten, den 54-jährigen Juristen zum neuen Klubobmann im Parlament zu designieren. Gödls mangelnde Prominenz liegt an dessen Naturell, keineswegs am Aufgabenbereich. Als Sicherheitssprecher seiner Fraktion und Obmann des Unterausschusses für innere Angelegenheiten im Nationalrat übt er für die ÖVP eine zentrale Funktion aus. Seit 2017 ist er im Nationalrat. Im Plenum saß er bisher in der zweiten Reihe unmittelbar hinter seinem Vorgänger: August Wöginger.

Der Rücktritt des Innviertlers vergangenen Montag war der vorläufige Abschluss eines persönlichen Dramas, das, so Wöginger, „für mich und meine Familie sehr belastend“ war. Allerdings ist der Rücktritt nur ein partieller: In der ÖVP und im Parlament wird Wöginger weiterhin allseits präsent sein und könnte – nolens, volens – zu einer Art Schattenklubobmann werde. Das Krisenmanagement verlief jedenfalls rumpelig. ÖVP-Obmann Stocker hatte zwei andere Wunschkandidaten für den Fraktionsvorsitz: Der eine sagte ihm ab, den anderen setzte er nicht durch.

Gernot Bauer

Gernot Bauer

ist seit 1998 Innenpolitik-Redakteur im profil und seit 2025 Leiter des Innenpolitik-Ressorts. Co-Autor der ersten unautorisierten Biografie von FPÖ-Obmann Herbert Kickl.