Heidi Klum mit GNTM-Gewinnerin Alex

© © ProSieben / Willi Weber

profil-Morgenpost
06/04/2021

Vielfalt im Fernsehen: Diverser Trash

Wie im Trash-TV heteronormative Strukturen immer weiter aufgebrochen werden und warum die österreichische Politik immer mehr einer Fernseh-Soap ähnelt.

von Lena Leibetseder

Guten Morgen!

Das TV-Geschäft mit der Liebe boomt: Neue Kuppelformate erfreuen sich auf den Streamingplattformen großer Beliebtheit, die letzte Staffel „Bauer sucht Frau“ verzeichnete Rekord-Quoten. Es muss aber nicht immer nur Frau sucht Mann oder umgekehrt sein: Mit „Princess Charming“ gibt es jetzt eine erste lesbische Dating-Show. Auf TVNOW, dem Streamingdienst der Mediengruppe RTL, sucht „Princess“ Irina eine Partnerin. Ebenfalls dort wurden bereits zwei Staffeln des schwulen Pendants „Prince Charming“ ausgestrahlt.

Heteronormative und binäre Strukturen werden in der Popkultur und im Trash-TV immer weiter aufgebrochen: Letzte Woche wurde mit Alex Mariah Peter die erste Trans-Frau zur Gewinnerin von „Germany’s Next Topmodel“ gekürt. Schon im Vorfeld der aktuellen Staffel heftete sich Showmasterin Heidi Klum ganz groß „Diversity“ auf die Fahne und zeigte sich wiederholt sehr erbaut über die Unterschiedlichkeit ihrer Kandidatinnen. Ob „Diversity“ als vorangestelltes Motto die Klum‘sche Fremdscham-Schau erträglicher macht, bleibt fraglich, ein gutes Zeichen mit Vorbildwirkung ist der Sieg von Peter jedoch allemal.

Wie eine erratische TV-Soap mutet bisweilen auch die österreichische Innenpolitik an, ist sie doch oft geprägt von einem Kommen und Gehen, dramatischen Zwisten und unerwarteten Plot-Twists. Einen Letzteren lieferte erst am vergangenen Dienstag Norbert Hofer: Obwohl ihn aktuelle Umfragen als den geeignetsten Chef der FPÖ sahen, legte er das Amt des Parteichefs zurück. In einem aktuellen profil-Interview hatte zudem Herbert Kickl, angesprochen auf die Konflikte zwischen ihm und Hofer, erst gesagt: „Im Übrigen gibt es keine Obmann-Debatte.“

Hofer zieht sich nun doch aus seiner Rolle als Obmann zurück, will aber 3. Nationalratspräsident bleiben. Welche Rollen Hofer in seiner Politiker-Laufbahn noch simulierte, hat Gernot Bauer für Sie an dieser Stelle zusammengetragen.

Ein entspanntes Wochenende und weiterhin gute Unterhaltung wünscht

Lena Leibetseder

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