Missbrauch in der katholischen Kirche

Ausland

Aufklärungsbedarf: Missbrauch in der katholischen Kirche

Papst Franziskus hat bei Anti-Missbrauchs-Gipfel konkretes Handeln gefordert. Sehen Sie im Video, was von Australien bis Irland und Österreich untersucht wird.

Papst Franziskus hat zu Beginn der viertägigen Kinderschutzkonferenz im Vatikan von der Kirche konkrete Schritte zum Kampf gegen den Kindesmissbrauch gefordert.

Die internationale Konferenz mit mehr als 100 Bischöfen dürfe sich nicht mit "schlichten und offensichtlichen Verurteilungen" der Taten begnügen. Der Papst legte den Teilnehmern einen 21-Punkte-Vorschlag mit konkreten Schritten vor, die Bischöfe im Umgang mit Missbrauchsfällen berücksichtigen sollten. Die österreichische Bischofskonferenz wird durch Erzbischof Kardinal Christoph Schönborn vertreten.

Einige wichtige Vorschläge:


- Ein Handbuch vorbereiten, welche Schritte genau nötig sind, wenn ein Verdachtsfall aufkommt

- Staatliche Behörden und die übergeordneten kirchlichen Stellen nach kanonischem und bürgerlichem Recht informieren

- Festlegung spezifischer Vorgehensweisen, wie Vorwürfe gegen Bischöfe zu behandeln sind

- Opfer begleiten und nötige Hilfe leisten

- Seelsorgerische Begleitung der Gemeinden, deren Kleriker straffällig geworden sind. Für die Täter Wege der Buße und der Genesung erarbeiten

- Zusammenarbeit unter anderem mit Medien, um wahre Fälle von falschen und Anschuldigungen von Verleumdungen zu unterscheiden

- Zur Eheschließung zugelassen werden sollen Minderjährige erst ab 16 Jahren

- Sicherstellen, dass Priester und Bischöfe, die sich des sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen schuldig gemacht haben, den Dienst aufgeben

- Bewusstsein für Gründe und Folgen von sexuellem Missbrauch schärfen

- Verstärkt Laien und Nichtkleriker bei Ermittlungen mit Bezug auf sexuellen Missbrauch und Machtmissbrauch einbinden

- Von der Kirche unabhängige Stellen schaffen, die mit Geistlichen und Nicht-Klerikern besetzt sind, denen man Missbrauch melden kann

- Die Verteidigungsrechte der Beschuldigten wahren

- Psychologische Beurteilung der Kandidaten für das Priesteramt mit Hilfe von Experten

- Ausbildungsprogramme für Seminaristen und Kandidaten für das Ordensleben, um die "zwischenmenschliche, spirituelle und psychosexuelle Reife" zu festigen

- Opfer begleiten und ihnen die nötige Hilfe anbieten

- Verdächtige dürfen erst identifiziert werden, wenn sie endgültig verurteilt sind

- Ausarbeiten, wie Zeichen von Missbrauch zu erkennen sind

- Verhaltenskodex für Kleriker, Kirchenmitarbeiter und Freiwillige ausarbeiten, der festlegt, wie weit persönliche Beziehungen gehen dürfen

Kommentar verfassen
  • Franz Erös (Lofasz)
    Franz Erös (Lofasz) Mo, 04. Mär. 2019 09:56

    Die verlogene Heuchelei von Papst und Kirche ist unfassbar, man stelle sich einmal einen Kindergarten vor in dem bekannt wird das Kindergärtner massiv Kinder schänden, und diese nach Auffliegen der Verbrechen von der Leitung vollkommen ungeniert weiter beschäftigt werden, und nicht nur das, die Leitung weigert sich auch die Kinderschänder öffentlich zu machen, oder anzuzeigen.

    Melden
  • Franz Erös (Lofasz)
    Franz Erös (Lofasz) Di, 26. Feb. 2019 17:03

    Es muss und kann gar nichts "von oben" verordnet und "untersucht" werden. Es wäre ein in der kultivierten Rechtsgeschichte einmaliger Vorgang das der Täter, welcher noch dazu seit Jahrzehnten seine Verbrechen vertuscht hat, gegen sich selber "untersucht"
    Die Verbrechen dieses zutiefst kriminellen Vereines sind Sache ordentlicher Gerichte.

    Melden
  • Margarete Nihsl (margretni)
    Margarete Nihsl (margretni) Fr, 22. Feb. 2019 08:41

    Vieles mag richtig sein, was da gefordert wird, wenn auch (zu) spät. Aber warum heißt es immer , geforder‘? Das muss verordnet werden und zwar von oben, das ist der Papst,wissend,um Alles, was um ihn rundherum ist. Viele Priester haben Leben zerstört, u.zu Viele haben geschwiegen. Der Kirche, die als Instrumentarium der Liebe u. Hilfe für alle Menschen gegründet wurde,wurde unermesslich geschadet

    Melden
    • Fritz Gessler (FritzGessler) Fr, 22. Feb. 2019 10:26

      kinderschänder gehören vor gericht - ob laien oder priester! das - NAZI-konkordat - endlich aufgekündigt. die katholische kirche darf nicht ein straffreier safe space für pädophile sin.

      Melden