Ein Stadtweg in der Abenddämmerung. Rechts und links vom Weg sprühen bunt beleuchtete Fontänen Wassertröpfchen in die Luft.
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Geistesblitz: Österreichische Erfindungen verbessern die Welt

Österreich zählt zu den innovativsten Ländern der Welt. Das ist auch gut für die Wirtschaft. Vier Erfindungen, die unser Leben besser machen.

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Österreich, Land der Erfinder. Im internationalen Vergleich liegt das Land auf dem beachtlichen achten Platz bei den Patentanmeldungen pro Kopf. Vor allem Maschinen-, Apparate- und Energieinnovationen, aber auch medizinische Erfindungen werden hierzulande ertüftelt. Das hat messbar positive Effekte auf die Wirtschaft. „Branchen, die intensiv mit geistigem Eigentum arbeiten, erwirtschaften ungefähr 50 Prozent des EU-Bruttoinlandproduktes. Sie stellen etwa 30 Prozent aller Arbeitsplätze und zahlen deutlich höhere Löhne“, erklärt Nellie Simon, Vizepräsidentin des Europäischen Patentamts.

Simon ermutigt deshalb zum Kreativsein: „Man braucht keine wahnsinnig komplizierte Umgebung oder Voraussetzungen für Innovation“, sagt sie. „Man braucht einfach diese Neugier, diese Hingabe, diese Zielstrebigkeit, mit der man sich einfach an ein Problem ranmacht.“

In diesem Sinne: vier Erfindungen aus Österreich, die unser Leben verbessern.

Handlich

Ursprünglich wollte Matthaeus Drory einfach im Büroalltag besser multitasken. Dass sich aus diesem Wunsch die Idee zu einem wichtigen Hilfsmittel für barrierefreies Arbeiten entwickeln würde, hätte er selbst nie erwartet.

In seinem Job bei einem großen Telekom-Unternehmen nahm Drory ständig Kundenanrufe entgegen und bearbeitete diese gleichzeitig am PC. Die Suche nach einer Tastatur, die er einhändig bedienen könnte, blieb erfolglos. Die wenigen Modelle auf dem Markt waren teuer und umständlich in der Handhabung. „Ich konnte mir überhaupt nicht vorstellen, dass es so etwas noch nicht gibt. Dann habe ich mich entschieden, es einfach selbst zu machen,“ erzählt der Erfinder.

Er hängte also das Angestelltenleben an den Nagel und wagte den Sprung in die Selbstständigkeit. Der Einzelunternehmer investierte Jahre des Tüftelns und viel Geld in seine Erfindung: Tipy, die einhändige Computertastatur.

Eine Hand liegt auf einer ergonomisch geformten, halbkreisförmigen Tastatur mit mehreren ähnlichen Tastaturen im Hintergrund.
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Im Austausch mit Händlerinnen und Kundinnen fand Drory bald heraus, dass eine einhändige Tastatur für viele Menschen mit eingeschränkter Hand- oder Armfunktion ein wichtiges Hilfsmittel darstellen kann. Er begann, sein Produkt auf Hilfsmittel-Messen zu bewerben und in Schulen für Kinder mit eingeschränkter Mobilität vorzustellen – und stieß auf ermutigenden Zuspruch. „Die Kinder sind begeistert und natürlich auch schneller als Erwachsene darin, den Umgang mit der Tastatur zu lernen.“

Trotz der Herausforderungen des Erfinderdaseins bereut Drory seine Entscheidung nicht. Sein Haus in Niederösterreich hat er mittlerweile verkauft, um im Wohnwagen durch Europa zu reisen und Tipy auf Messen vorzustellen – ganz nach seinem Motto: „Wer alles haben will, muss alles geben.“

Hoch hinaus

In schwindligen Höhen putzen sie die Fenster von Hochhäusern, warten Windräder oder sanieren Fassaden. Höhenarbeiter halten unsere Infrastruktur am Laufen – und riskieren dabei ihr Leben. Denn ein Sturz endet trotz Sicherheitsgurt in vielen Fällen tödlich, erklären Barbara und Gerhard Österreicher, Mitbegründer der AKM Safety OG. Das Hängetrauma und der Druck der Beinschlaufen auf die Blutzufuhr an den Oberschenkeln machen in wenigen Minuten ohnmächtig und führen oft zum Tod, bevor Rettungskräfte eintreffen können. Ihr gemeinsamer Freund und Unternehmensgründer Hans Dzugan erfand vor diesem Hintergrund den „AKM Safety Suspension Trauma Protector“, der dieses Problem lösen soll.

Hannah Müller

Hannah Müller

ist seit September 2025 bei profil.