© James O'Brien/OCCRP

Wirtschaft
03/25/2022

Russland-Sanktionen: 200 Millionen Euro in Österreich eingefroren

Die österreichischen Banken haben bisher „dutzende Konten“ russischer Kunden identifiziert und gesperrt.

von Stefan Melichar, Michael Nikbakhsh, Jakob Winter

Die von der Europäischen Union verhängten Sanktionen gegen zuletzt 877 russische Geschäftsleute und Politiker sowie 62 Unternehmen und Organisationen zeigen nun langsam aber doch auch in Österreich Wirkung.  

Laut einer zuverlässigen Quelle haben österreichische Banken mittlerweile „dutzende Konten“ russischer Kunden gesperrt, die von den EU-Sanktionen betroffen sind. In Summen seien rund 200 Millionen Euro eingefroren worden, heißt es. 

Eine offizielle Bestätigung dafür war weder bei der Oesterreichischen Nationalbank noch beim Innenministerium zu bekommen. Seitens der OeNB wurde nur ganz allgemein auf die Rolle der Nationalbank als Sanktionenbehörde verwiesen. „Im Rahmen ihrer Tätigkeit haben Kredit- und Finanzinstitute der OeNB Meldungen im Sinne der Verordnungen, etwa über eingefrorene Gelder, zu übermitteln“, teilte ein Sprecher auf profil-Anfrage mit. Die OeNB agiere als „Teil einer Task Force in Abstimmung mit dem Innenministerium, der Direktion für Staatsschutz und Nachrichtendienst, der Finanzmarktaufsicht und der Geldwäschemeldestelle im Bundeskriminalamt“.  

Auch das Innenministerium nennt keine Details. Das BMI ist unter anderem auch für die Feststellung der wirtschaftlich Berechtigten von Liegenschaften und Firmen zuständig. Nach Auskunft eines Sprechers konnten im Firmen- beziehungsweise im Grundbuch zuletzt jedenfalls zwei sanktionierte Personen identifiziert werden. Zu deren Identitäten sagt das Innenressort nur: „Es dürfen von unserer Seite keine Tatsachen genannt werden, die einen Rückschluss auf bestimmte Personen ermöglichen würden.“ 

Was wir bisher über die Besitztümer umstrittener russischer Geschäftsleute in Österreich wissen (und auf welche Hindernisse wir bei der Suche stoßen), lesen Sie in unserer kommenden Printausgabe, die bereits ab Samstag als E-Paper verfügbar ist. Dazu verweisen wir auch auf unsere Beteiligung an der vom Organized Crime and Corruption Project (OCCRP) aufgesetzten internationalen Recherche „Russian Asset Tracker“.