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Sparpakete treffen Berufseinsteiger: Weniger Praktika in den Bundesländern

Die Bundesländer müssen ihre Budgets konsolidieren – und sparen auch bei Praktikumsplätzen. Was die Maßnahmen für junge Menschen bedeuten und wie man noch an Ferialjobs kommt.

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Es ist das erste Mal. Das erste Mal ein Büro von innen sehen. Das erste Mal „Mahlzeit“ durch die Räumlichkeiten rufen, wenn man pünktlich um 11 Uhr 30 zum Mittagessen geht. Das erste Mal Outlook öffnen. Das erste Mal eigenes Geld verdienen und die erste Arbeitserfahrung. Für viele Jugendliche und junge Erwachsene sind Praktika in der Verwaltung die erste Berührungspunkte mit der Arbeitswelt. Das ändert sich jetzt vielerorts. Denn: Die Konsolidierungsmaßnahmen in den Bundesländern sorgen dafür, dass auch bei Praktika und Sommerjobs gespart wird. 

profil fragte in allen österreichischen Bundesländern nach, wie das Praktikumsangebot vor Ort aussieht.

Wien

Wien muss immense Schulden abbauen. Im Rahmen der aktuellen Konsolidierungsmaßnahmen wird in allen Bereichen der Stadt gespart – auch bei Personal und Ferialpraktikanten, heißt es seitens Stadt Wien gegenüber profil. 2024 wurden insgesamt 334 Praktikumsstellen vergeben (209 davon Ferial- bzw. Pflichtpraktika, 125 Verwaltungspraktika), 2025 schrumpfte diese Zahl auf insgesamt 301 Stellen . Diesen Sommer werden die Plätze noch rarer: 260 Praktika sind heuer ausgeschrieben – 210 davon in den Ferien. Dennoch gibt es laut Stadt Wien fünf ausgeschriebene, noch unbesetzte Stellen. 

Steiermark

Auch in der Steiermark wird bei den Praktika gespart: Das Kontingent wurde heuer im Zuge der Sparmaßnahmen halbiert. Waren in den vergangenen Jahren noch insgesamt 100 Praktikantenmonate vorgesehen, stehen dem Land 2026 nur noch 50 zur Verfügung. Gemeint ist damit die gesamte Praktikumsdauer. Ob dies bedeutet, dass weniger Praktikumsstellen ausgeschrieben oder die einzelnen Praktika verkürzt werden, ist nicht bekannt.

Salzburg

Salzburger Jugendliche haben heuer weniger Möglichkeiten für ein Praktikum in der Landesverwaltung. Laut Pressestelle wurden 2024 über 90 Praktikumsplätze angeboten, 2025 waren es 88, 2026 lediglich 25. Man gebe sich jedoch Mühe, in den kommenden Jahren wieder mehr Stellen auszuschreiben – im Rahmen der budgetären Möglichkeiten.

Vorarlberg

In Vorarlberg schwankt die Zahl der Praktikantinnen und Praktikanten von Jahr zu Jahr. In der Verwaltung  sind die Plätze im Vergleich zum Vorjahr gestiegen: Von acht auf zwölf. Bei den Ferialpraktika nahm sie allerdings ab. 2024 waren 115 Personen beschäftigt, 2025 „nur“ noch 112. Heuer sollen voraussichtlich 103 Ferialpraktikumsstellen besetzt werden. Die Sparmaßnahmen seien hier jedoch nicht das entscheidende Kriterium, heißt es aus der Pressestelle des Vorarlberger Landtages. Vielmehr würden Bedarf und Bewerbersituation abgewogen.

Tirol

In Tirol werden jährlich etwa 25 Pflichtpraktika, 90 Schnupperpraktika, 50 ausbildungsbegleitende Praktika, 45 Ferialpraktika, 30 juristische Verwaltungspraktika und 40 andere Verwaltungspraktika vergeben. Das Stellenangebot liegt laut der Pressestelle des Landes Tirol im mehrjährigen Schnitt.

Burgenland

Das Land Burgenland bietet Verwaltungspraktika und Ferialpraktika an, um jungen Menschen die Möglichkeit zu geben, in unterschiedliche Dienststellen und Behörden hineinzuschnuppern. Aber auch hier wurde die Zahl der zur Verfügung stehenden Stellenangebote reduziert. Eine Zahl möchte das Land allerdings nicht nennen. 

Niederösterreich

In Niederösterreich haben Studierende und Berufseinsteigerinnen im Sommer die Möglichkeit, Verwaltungspraktika in den Bereichen Rechtswissenschaften, Technik, Humanmedizin oder Wirtschaft zu absolvieren. Zusätzlich werden technische Praktika für Schülerinnen und Schüler angeboten – vergangenes Jahr gab es rund 40 solcher fachspezifischer Praktika. Zusätzlich zu den spezialisierten Stellen wurden 2025 insgesamt rund 150 Ferialpraktika ausgeschrieben. Laut dem Land Niederösterreich wird auch heuer ein vergleichbarer Umfang wie in den Vorjahren angeboten – genaue Zahlen werden auch hier nicht genannt.

Oberösterreich

In Oberösterreich wird zur Abwechslung nicht am Praktikumsangebot gespart. Laut der Pressestelle des Landes werden 2026 gleich viele Praktikumsangebote wie in den Vorjahren ausgeschrieben. Die Anzahl würde sich am Bedarf der Dienststellen orientieren, der seit Jahren konstant sei. 

Kärnten

Kärnten ist das einzige Bundesland, das heuer sein Praktikumsangebot sogar steigert. Hier wurde das Budget für Praktikumsangebote im Jahr 2025 nämlich angehoben. Rund 120 Praktikumsplätze werden im Land Kärnten angeboten, 58 entgeltliche Praktika und 53 Schnupperpraktika. Im Vergleich zu den Vorjahren sei hier eine kleine Steigerung zu verzeichnen. 

Was Praktikumssuchende tun können

Wie finde ich als junger Mensch eigentlich ein Praktikum, wenn immer mehr Bundesländer ihr Angebot in der Verwaltung zurückschrauben? Das AMS rät, frühzeitig aktiv zu werden und am besten noch im Herbst mit der Jobsuche zu beginnen. Hilfreich ist es außerdem, in seinem Netzwerk nach Jobs Ausschau zu halten – Schulen, Lehrkräfte, Mitschülerinnen und Mitschüler, Eltern, Verwandte oder Nachbarn verfügen oft über Erfahrung, Kontakte oder kennen Betriebe, die Praktika anbieten. Vitamin B hilft seit jeher. 

Auch in Internet-Jobbörsen werden Jobs ausgeschrieben – in der Ferienjobbörse des Arbeitsmarktservice (AMS) findet man selbst in den Sommermonaten noch Ferialjobs, heißt es aus der Pressestelle. In der Privatwirtschaft, insbesondere in großen österreichischen Unternehmen, sind die Chancen auf ein Ferialpraktikum außerdem größer. profil fragte bei der Österreichischen Post, ÖBB, Spar und der REWE-Gruppe nach: Hier wird – im Gegensatz zu den Bundesländern – nicht bei Praktika gespart.

Natalia Anders

Natalia Anders

ist seit Juni 2023 Teil des Online-Ressorts und für Social Media zuständig.