Leere Medikamente-Durchdrückpackungen liegen verstreut auf einem roten Hintergrund
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Antidepressiva sind in Österreich Mangelware. Der Lieferengpass trifft vulnerable Menschen zur dunkelsten Zeit des Jahres.

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„Es hat etwas Demütigendes an sich. Du hast das Gefühl, Bittsteller zu sein.“ Jeden Monat legt Lena H.* den gleichen Weg aufs Neue zurück: Sie ruft beim Hausarzt an, holt sich ihr Rezept ab, nimmt die e-card, geht zur nahe gelegenen Apotheke. Um den Alltag zu meistern, nimmt die 21-jährige Studentin Antidepressiva. In Phasen, in denen es ihr schlechter geht, kann die wiederholte Prozedur herausfordernd sein. Am Schalter fragt Lena nach ihrem Medikament. Sie hofft, dass es diesmal tatsächlich lagernd ist.

Psychopharmaka – Medikamente gegen Angststörungen, Depressionen oder zur Unterstützung bei ADHS, Bipolarität oder Schizophrenie – sind in Österreich regelmäßig Mangelware. Heuer trifft der Engpass vulnerable Menschen zu einer besonders kritischen Zeit: im tiefsten Winter, wenn es kalt, nass und finster ist.

Hannah Müller

Hannah Müller

ist seit September 2025 bei profil.