Nasry Asfura steht in einem Wahllokal. Hinter ihm sind viele Reporter mit Kameras, die auf ihn gerichtet sind.
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Der Konservative Nasry Asfura gewinnt die Präsidentschaftswahl in Honduras. Ein Sieg für die USA, ein Rückschlag für China.

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Noch an den Weihnachtsfeiertagen, kurz nachdem Nasry Asfura am 24. Dezember zum neuen Präsidenten von Honduras erklärt wurde, gab es den ersten offiziellen Austausch mit den USA. US-Außenminister Marco Rubio lobte den Konservativen von der honduranischen Nationalen Partei in einem Telefonat, denn dieser habe sich für „strategische Ziele der USA“ eingesetzt, zum Beispiel für die wirtschaftliche und sicherheitspolitische Zusammenarbeit der beiden Länder. 

Der wahre Gewinner in Honduras ist: Donald Trump. Der US-Präsident hatte vor der Wahl gedroht, dem Land Unterstützung zu entziehen, sollte Asfura nicht gewählt werden. Am Ende gaben 0,8 Prozent der Stimmen den Ausschlag. Asfura bekam 40,3 Prozent, sein Konkurrent Salvador Nasralla von der Liberalen Partei 39,5. Die linke Regierungspartei Libre landete abgeschlagen auf dem dritten Platz. 

Für Trump heißt das: mehr Einfluss in Lateinamerika. Um sich geopolitischen Einfluss und den Zugang zu Rohstoffen zu sichern, stellt er sich gegen linke Regierungen.

China verliert

Südamerika rückt gerade wieder nach rechts, nicht erst seitdem Trump im Amt ist. 2023 wählten schon Paraguay, Ecuador und Argentinien rechte Präsidenten, in El Salvador wurde 2024 Präsident Nayib Bukele wiedergewählt, der eine rechte Wirtschaftspolitik verfolgt. Bei der Wahl in Bolivien schaffte es heuer die linke regierende Partei MAS nicht in die Stichwahl. Und in Chile gewann im Dezember der rechtskonservative José Antonio Kast

Für China ist das ein Rückschlag in seiner Lateinamerika-Politik, es hat sich in den vergangenen Jahren Einfluss auf dem Kontinent aufgebaut. Asfura stellte aber im Wahlkampf in Aussicht, die Beziehungen zu Taiwan wieder aufzunehmen. Die Linken hatten sie abgebrochen, um China als wichtigen Handelspartner für Rohstoffe nicht zu verärgern. Chinas Außenministerium erklärte, die Wahl zu respektieren und bereit zu sein, die Beziehungen mit Honduras weiterzuentwickeln. Voraussetzung sei jedoch das Ein-China-Prinzip, das Taiwan als Teil von China versteht.

Das steht komplett außerhalb des Gesetzes. Diese Erklärung hat keinen rechtlichen Wert.

Luis Redondo

Präsident des honduranischen Kongresses auf „X“

Die Linken und Liberalen akzeptieren das Ergebnis der Präsidentschaftswahl weiterhin nicht. Der Liberale Nasralla nannte es „unvollständig“, bat seine Anhänger aber, ruhig zu bleiben. Luis Redondo von Libre, der Präsident des honduranischen Kongresses, spricht noch immer von einem „Wahlputsch“. Er schrieb auf dem Kurznachrichtendienst „X“: „Das steht komplett außerhalb des Gesetzes. Diese Erklärung hat keinen rechtlichen Wert.“

In den dreieinhalb Wochen zwischen Wahltag und der Verkündung des Ergebnisses sprachen Linke und Liberale von Wahlbetrug und warfen Trump Manipulation vor. Viele Stimmen mussten neu ausgezählt werden, auf den Straßen protestierten vor allem Anhänger der Linken.

„Ich habe keine Beweise für großflächigen oder umfangreichen Wahlbetrug gefunden“, sagte Héctor Corrales, Direktor des honduranischen Forschungsinstituts NODO, der für die Wahlbeobachtungsmission der Europäischen Union tätig war, der „New York Times“. 

Wer ist Nasry Asfura?

Nasry Asfura wird im Jänner angelobt und ist für vier Jahre gewählt. Er ist 67 Jahre alt und seit den 1990ern politisch aktiv. Er arbeitete sich von diversen Jobs in der kommunalen Verwaltung bis ins Amt des Bürgermeisters von den Städten Tegucigalpa und Comayagua hoch. Nebenbei etablierte er sich als Geschäftsmann in der Bauwirtschaft. Beliebt wurde Asfura, weil er in seiner Amtszeit als Bürgermeister von Tegucigalpa von 2014 bis 2022 die Infrastruktur der Hauptstadt, vor allem Straßen, verbessern ließ. 

Ihm wird aber auch vorgeworfen, während dieser Zeit öffentliche Gelder veruntreut und Schwarzgeld gewaschen zu haben. Asfura bestreitet die Anschuldigungen, sagt, sie seien politisch motiviert. 2021 tauchte sein Name in den Pandora Papers auf, einem Rechercheprojekt des internationalen Journalisten-Netzwerks ICIJ zu Steueroasen und Offshore-Firmen.

Das ist gerade aber kein Thema in Honduras. Asfura schaut in die Zukunft, auf „X“ schrieb er: „Honduras: Ich bin bereit zu regieren. Ich werde euch nicht enttäuschen.“

Tobias Fries

Tobias Fries

war Praktikant bei profil.