Menschen verbrennen Fotos des Obersten Führers des Iran, Khamenei
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Die islamistische Führung im Iran hat die jüngsten Proteste brutal niedergeschlagen und Tausende Menschen ermordet. Der Aufstand wird dennoch Folgen haben. Das Regime hat seine Legitimität endgültig verloren.

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Vermummte Männer schießen auf Menschenmengen, gepanzerte Fahrzeuge versprühen ätzendes Tränengas auf Demonstranten, Sicherheitsleute stürmen ein Krankenhaus und prügeln auf Patienten ein. Die verwackelten Handyvideos zeigen das Ausmaß der staatlichen Gewalt im Iran. Die Bilder wirken wie aus einem Krieg, doch im Iran ist nur eine Seite hochgerüstet: die des theokratischen Regimes der Islamischen Republik.

Seit etwas mehr als zwei Wochen demonstrieren die Menschen im Iran gegen die Gewaltherrschaft der Führung in Teheran. Was in den letzten Dezembertagen auf dem Basar in der Hauptstadt als friedliche Demonstration gegen horrende Inflation und hohe Lebensmittelpreise begann, wuchs sich rasch zur landesweiten Protestwelle aus. Hunderttausende gingen in den Städten und selbst in ländlichen Gebieten auf die Straße. „Freiheit!“, riefen die Menschen im ganzen Land, und: „Tod dem Diktator!“

Am Freitag vor einer Woche drehte das Regime das Internet im ganzen Land ab, seither dringt nur wenig nach draußen. Um die Welt gingen etwa die Videos von aneinandergereihten Leichensäcken, dazwischen verzweifelte Menschen, die nach ihren vermissten Angehörigen suchen oder über blutüberströmten Toten weinen.

Siobhán Geets

Siobhán Geets

ist seit 2020 im Außenpolitik-Ressort und seit 2025 stellvertretende Ressortleiterin. Schwerpunkt: Europa und USA.

Raphael  Bossniak

Raphael Bossniak

ist seit Juli 2025 im Außenpolitik-Ressort. Davor freier Journalist für APA, Kurier und die deutsche Nahostfachzeitschrift zenith. Schwerpunkt Nahost / Kaukasus / Osteuropa.