Putin mit Tiger in einem Reservat 2008

Putin mit Tiger in einem Reservat 2008

© AFP PHOTO / RIA NOVOSTI POOL - ALEXEY DRUZHININ

profil-Morgenpost
02/23/2022

Putin: Kuscheln mit Kratzkatzen

Jetzt haben wir den Salat: Unsere pandemiegeplagte Welt wird jetzt auch noch kaltkriegerisch.

von Wolfgang Paterno

Es ist wieder kälter geworden, nahezu kaltkriegerisch. Die wirkliche Größe des Problems offenbart sich auch im Kleinen, und wenn die Bilder nicht täuschen, dann lassen sich der beklemmenden Vorstellung vom Rückfall in Kälte und Krieg wenigstens Partikelchen des Komischen abluchsen, damit dieser Februar nicht völlig in Düsternis und Wirrnis ende. Ein paar Schlagzeilen zur Erinnerung: „Eskalation im Russland-Ukraine-Konflikt“ – „Wie Russland die Ukraine angreifen könnte“ – „Westen verhängt Sanktionen gegen Russland - Moskau unbeeindruckt“.

„Zäh, stark, gemein“

Der Westen im Clinch mit dem Osten, Joe Biden gegen Wladimir Putin. Also auch Koni vs. Commander. Koni ist Putins Labrador. „Zäh, stark, gemein“, so hat er einmal seine mindestens ponygroße und pechschwarze Hündin beschrieben, als er bei Bidens Vorvorvorgänger George W. Bush auf Besuch im Weißen Haus war. Ebendort musste kürzlich Schäferhündin Major wegen Verhaltensauffälligkeiten ihren Abschied nehmen. Der Schäferhund-Welpe Commander ist seit Jahresende Amerikas neuer First Dog.

Biden postete unlängst auf Twitter ein onkelhaftes Video von Commander. Putin herzt Großkatzen, kuschelt gern mit Leoparden und posiert mit Tigern. Wer nun bei all dem tierischen und politischen Durcheinander langsam den Überblick zu verlieren droht, dem kann hier und hier geholfen werden. Was Tiere und Putin betrifft, weiß natürlich einer immer Bescheid, und das ist Herr Brehm. „Kaum eine andere Ordnung des Tierreiches umfasst bei verhältnismäßig gleicher Artenzahl einen größeren Gestaltenreichtum als die der Raubtiere“, schrieb der deutsche Zoologe: „Fast alle Leibesgrößen, die die Klasse aufweist, sind in dieser Ordnung vertreten, die verschiedenartigsten Gestalten in ihr vereinigt.“

Der so alte wie kalte Krieger Putin kann es nicht lassen, so oder so. Kollege Nikowitz berichtet glaubhaft, dass im überaus exklusiven profil-Interview mit dem russischen Präsidenten auch der eine oder andere Satz über eines von Putins Lieblingsthemen zu vernehmen war, das große Reich der Tiere: „Macron verliert mehr Haare als ein Weihnachtsbaum im Februar Nadeln“, stichelte Putin demnach gegen den französischen Politiker: „In der Früh ginge sein Polster als Angora-Katze durch.“ Nachsatz Brehm: „Der Mensch lebt mit fast allen Raubtieren in offener Fehde.“

Einen friedfertigen Donnerstag!

Wolfgang Paterno