Zu sehen ist eine Läuferin in rotem Oberteil, die eine verschneite Allee entlangläuft
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Laufen im Winter: Warum die Motivation fehlt und was wirklich hilft

Draußen ist es kalt und dunkel. Eigentlich wollte man noch laufen gehen. Doch sich dafür aufzuraffen, fällt schwer. Warum diese Jahreszeit unsere Motivation besonders fordert – und mit welchen Kniffen man den inneren Schweinehund austrickst.

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Es ist 17 Uhr, der winterliche Schnürlregen nieselt auf die Straßen, ein grauer Wolkenmantel umhüllt die Stadt. Perfektes Wetter für einen entspannten Abend auf der Couch. Wenn man schnell genug heimkommt, zahlt es sich vielleicht sogar noch aus, die neue Serie beim Streamingdienst der Wahl zu starten. Und die Laufrunde, die man sich noch in der Früh eigentlich fix vorgenommen hatte? Na ja, vielleicht morgen.

Manchmal wird aus dem Morgen ein Übermorgen. Aber auch dann findet das Outdoor-Training oft nicht statt. Dass die Motivation, sich im Winter draußen zu bewegen, geringer ist als in allen anderen Jahreszeiten, ist längst wissenschaftlich belegt. Eine zentrale Rolle spielt dabei das reduzierte Tageslicht, erklärt Benedikt Hösl, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Sportwissenschaft der Uni Innsbruck: „Weniger Licht kann das Gleichgewicht körpereigener Botenstoffe verschieben: Die Serotoninproduktion nimmt ab, die Melatoninbildung nimmt zu, das begünstigt Müdigkeit.“ Und wer geht gerne müde raus, wenn Regen oder Schneefall den Wunsch nach einem gemütlichen Abend im wohlig warmen Wohnzimmer verstärkt?

Weniger Licht kann das Gleichgewicht körpereigener Botenstoffe verschieben: Die Serotoninproduktion nimmt ab, die Melatoninbildung nimmt zu, das begünstigt Müdigkeit.

Benedikt Hösl

Sportwissenschafter, Uni Innsbruck

Weniger Licht, mehr Müdigkeit

Ganz prinzipiell ist die Zeit, im Freien bei Tageslicht Sport zu treiben, im Winter begrenzt. Vor und nach der Arbeit sieht man in aller Regel eher keine Sonne. Und trotzdem: Mit dem Outdoor-Training zu beginnen, zahlt sich aus. Auch in der kalten Jahreszeit. „Bewegung in natürlichen Umgebungen geht tendenziell mit stärkeren psychischen Benefits einher als vergleichbare Indoor-Einheiten“, sagt Hösl. „Gerade im Winter, wenn Sonnenlicht rar ist, lohnt es sich daher, Einheiten im Freien durchzuführen“, so der Sportwissenschafter. Es gibt aber jemanden, der womöglich etwas dagegen hat: der „innere Schweinehund“.

Wer diese fiktive Kreatur noch nicht persönlich kennt, hat dieser Tage gute Chancen, sie kennenzulernen. Allerdings gibt es durchaus den einen oder anderen Kniff, wie man sie elegant besiegen kann.

Julian Kern

Julian Kern

war bis März 2026 Journalist im Digitalteam.