PROZESS GEGEN SIGNA-GRÜNDER RENE BENKO UND MITANGEKLAGTE: BENKO
Bild anzeigen
Wählen Sie profil als bevorzugte Google-Quelle

Das Ende der Laura-Stiftung: Benkos schlimmste Pleite

In der „Laura Privatstiftung“ liegt ein Gutteil des Familienvermögens von Signa-Gründer René Benko. Lange galt der Geldtopf für Gläubiger als unantastbar, doch nun musste die Stiftung kapitulieren. profil liegt der Konkursantrag vor.

Drucken

Schriftgröße

Hören Sie sich diesen Artikel an

Der Signa-Zusammenbruch Ende 2023 brachte ihn um den Job und um sein unternehmerisches Ansehen. Die Insolvenz als Einzelunternehmer ein paar Monate später schränkte seine Handlungsfähigkeit weiter ein – und führte letztlich zu Untersuchungshaft und Gerichtsprozessen. Und dennoch ist die spektakuläre Milliarden-Kapitulation der „Laura Privatstiftung“ vor wenigen Tagen wohl jene Pleite, die René Benko am meisten wehtut.

Die Stiftung hat sich im Benko-Reich über Jahre hinweg zu so etwas wie einem wirtschaftlichen Parallel-Universum entwickelt: Einerseits gab es da die Signa – das große Aushängeschild mit enormem Expansionsdrang, kühnen Projekten und namhaften Investoren von Europa bis in die Vereinigten Arabischen Emirate. Und dann gab es die „Laura“ – eher im Schatten, ein privater Geldtopf der Familie Benko, trotzdem aber hunderte Millionen Euro schwer.

Auch die Stiftung betrieb Immobilienprojekte. In der medialen Außenwahrnehmung verschwammen mitunter die Sphären, was „Signa“ war – oder „Laura“ – oder einfach nur „Benko“. Rechtlich wurde das jedoch penibel getrennt. Und so kam es, dass selbst der Zusammenbruch des Signa-Imperiums ab Ende 2023 der Stiftung lange Zeit nichts anhaben konnte. Die Vermögens-Festung der Familie Benko hielt Angriffen von Gläubigern wacker Stand. Lange schien die „Laura“ unknackbar zu sein. Doch letztlich war das – wie wohl vieles im Benko-Imperium – eine Illusion.

Marina Delcheva

Marina Delcheva

leitet das Wirtschafts-Ressort. Davor war sie bei der „Wiener Zeitung“.

Stefan Melichar

Stefan Melichar

ist Chefreporter bei profil. Der Investigativ- und Wirtschaftsjournalist ist Mitglied beim International Consortium of Investigative Journalists (ICIJ). 2022 wurde er mit dem Prälat-Leopold-Ungar-Journalist*innenpreis ausgezeichnet.

Anna Thalhammer

Anna Thalhammer

ist seit März 2023 Chefredakteurin des profil und seit 2025 auch Herausgeberin des Magazins. Davor war sie Chefreporterin bei der Tageszeitung „Die Presse“.