BUNDESKANZLER KURZ IN DEN VEREINIGTEN ARABISCHEN EMIRATEN (VAE): KURZ / AL NAHYAN
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Benko und die Scheichs: Wie Abu Dhabi die Laura-Stiftung knackte

René Benko wollte Abu Dhabi als Signa-Investor, nun sprach ein Schiedsgericht dem emiratischen Staatsfonds Mubadala Hunderte Millionen zu. profil hat das Urteil: Es zeugt von Leichtfertigkeit und Fehleinschätzungen im Benko-Umfeld. Jetzt wackelt sogar die Familienstiftung.

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Ein Lipizzaner ist tot, die Signa pleite, René Benko in U-Haft – und bald könnte auch noch Benkos bisher bestens gehütetes Familienvermögen futsch sein. Oder zumindest ein beträchtlicher Teil davon. Irgendwie dürften die sagenumwitterten Reisen des damaligen Kanzlers Sebastian Kurz nach Abu Dhabi nicht unter einem besonders guten Stern gestanden sein. Jedenfalls nicht für alle, die dabei waren.

Kurz hatte bei einem seiner Trips in die Arabischen Emirate bekanntlich einen Lipizzaner als Gastgeschenk für die Tochter des Kronprinzen im Gepäck. Das war 2019 – und wie profil herausgefunden hat, ist das edle Tier mittlerweile leider verendet. Auch Signa-Gründer Benko reiste damals im Schlepptau des Kanzlers. Entriert vom damaligen Regierungschef höchstpersönlich, war das die Eintrittskarte in ein 1001-Nacht-Märchen aus Prunk, Macht und ganz viel Geld. Doch manchmal trügt der schöne Schein. Und was als Märchen begonnen hat, entwickelt sich für Benko und sein Umfeld zur Horrorstory.

In allen Details dargelegt ist diese Schauergeschichte auf fast 600 Seiten, die profil vorliegen. Es handelt sich um zwei Schiedsgerichtsentscheidungen aus der Schweiz von Ende Jänner 2026. Der Ausgang ist in Grundzügen bekannt: Mubadala, der Staatsfonds von Abu Dhabi, kann in Folge der Signa-Pleite nunmehr zu Recht Ansprüche von rund 700 Millionen Euro geltend machen. Dies jedoch nicht nur gegen insolvente Signa-Gesellschaften, bei denen es ohnehin nicht mehr viel zu holen gibt.

Die Schiedsrichter verpflichteten auch die „Laura Privatstiftung“ zur Zahlung. Dort liegt ein beträchtlicher Teil von Benkos verbliebenem Familienvermögen. Der gefallene Immobilien-Tycoon selbst hat weder eine gesellschaftsrechtliche Position in dieser Stiftung, noch ist er direkt begünstigt – aber eine ganze Menge Familienangehöriger, allen voran seine Mutter, die über das Stiftungsvermögen wacht. Deshalb galt die Stiftung bisher als praktisch unantastbar. Nun könnte das Vermögen bald in Richtung Abu Dhabi verschwinden.

Doch so spektakulär der Ausgang der Mubadala-Schiedsverfahren ist, so spannend ist die Frage, wie es überhaupt dazu kommen konnte. René Benko galt gemeinhin als Meister darin, das familiäre Kernvermögen abzusichern. Gerade bei der „Laura Privatstiftung“ waren nach außen hin kaum direkte Verbindungen erkennbar, weder zu ihm als Person, noch zur Signa-Gruppe. Lange bestand der Eindruck, die Stiftung wäre erfolgreich von den Geschäftsrisiken des Immobilienimperiums abgeschirmt. Und nun wird sie erst recht für die Signa-Pleite zur Kasse gebeten.

Wie konnte das passieren? 

Marina Delcheva

Marina Delcheva

leitet das Wirtschafts-Ressort. Davor war sie bei der „Wiener Zeitung“.

Stefan Melichar

Stefan Melichar

ist Chefreporter bei profil. Der Investigativ- und Wirtschaftsjournalist ist Mitglied beim International Consortium of Investigative Journalists (ICIJ). 2022 wurde er mit dem Prälat-Leopold-Ungar-Journalist*innenpreis ausgezeichnet.

Anna Thalhammer

Anna Thalhammer

ist seit März 2023 Chefredakteurin des profil und seit 2025 auch Herausgeberin des Magazins. Davor war sie Chefreporterin bei der Tageszeitung „Die Presse“.