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„Graf“ Walter Ruck: Kritik an Schloss-Büro und Immo-Deals

Walter Ruck, Präsident der Wiener Wirtschaftskammer, steht weiter wegen Postenschacher in der Kritik. Und nun könnten ihn die Signa-Geister der Vergangenheit einholen.

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Dort wo einst Grafen, Freiherren und Erzherzöge residierten, herrscht heute Walter Ruck, Präsident der Wiener Wirtschaftskammer (WKW): im Schloss Hernstein in der Thermenregion südlich von Wien. Das prunkvolle Bauwerk aus dem 19. Jahrhundert mit weitläufigem Schlosspark ist heute ein Seminarhotel und gehört der Wirtschaftskammer Wien. In den Park führt ein üppiges Portal mit Zinnen. Gleich rechts davon steht das frühere Portierhaus aus Bruchstein-Mauerwerk.

In diesem Häuschen hat Wiens Wirtschaftskammerpräsident Walter Ruck vor Jahren ein Büro einrichten lassen. Hier soll er Vertraute und politische Weggefährten empfangen. Praktisch: Sein privater Wohnsitz liegt nur wenige Kilometer entfernt. Die WKW bestätigt auf profil-Anfrage das Büro in Hernstein. Leute, die dort gewesen sind, berichten von einem „Wohnsalon“ mit edlen Ledercouches. Dem Präsidenten wird eine Vorliebe für Zigarren und Whiskey nachgesagt. 

Rucks wachsender Zahl an Kritikern in den eigenen Reihen dient Hernstein als Beleg für den abgehobenen Führungsstil des Kammerpräsidenten, der – profil und „Krone“ berichteten vor zwei Wochen exklusiv – seine beiden Söhne und seine zweite Ehefrau in Positionen bei der Sozialversicherung gehievt hat. 

Seither wird der mächtige Kammerpräsident den Vorwurf der Vetternwirtschaft nicht mehr los. Und nun tauchen neue Vorwürfe zu einem alten Signa-Deal auf.

Marina Delcheva

Marina Delcheva

leitet das Wirtschafts-Ressort. Davor war sie bei der „Wiener Zeitung“.

Jakob Winter

Jakob Winter

ist Digitalchef und seit 2025 Mitglied der Chefredaktion bei profil. Gründete und leitet den Faktencheck faktiv.