Der Wiener Wirtschaftskammerpräsident Walter Ruck mit drei roten Schatten
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Familienbetrieb Wirtschaftskammer: Rucks Angehörige machen Karriere

Der Wiener Wirtschaftskammerpräsident Walter Ruck kümmert sich um seine Angehörigen: Seine Söhne und seine Lebensgefährtin haben Funktionen in der Sozialversicherung, der ÖVP und der Wirtschaftskammer übernommen. Sind die Postenbesetzungen Teil eines größeren Plans?

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Walter Ruck hat vorgesorgt. Der Mann, der seit über einem Jahrzehnt an der Spitze der Wiener Wirtschaftskammer steht, führt in zweiter Generation ein Bauunternehmen: die W. Ruck GmbH, benannt nach seinem gleichnamigen Vater und spezialisiert auf die Restaurierung denkmalgeschützter Fassaden wie jener der Wiener Staatsoper. Prestigeträchtige Aufträge sind das Spezialgebiet von Ruck.

Ein Problem, das viele Betriebe plagt, kennt Ruck nur aus Erzählungen: die Suche nach Nachfolgern. Ruck hat seine 36-jährigen Zwillingssöhne bereits in Stellung gebracht. Der eine arbeitet als Prokurist, der andere als Geschäftsführer im Betrieb mit. Der Übergabeprozess läuft, doch die Rucks wollen nichts überstürzen: „Der Generationenwechsel in Familienunternehmen ist ein langwieriger Prozess, bei dem die nächste Generation schrittweise Verantwortung übernimmt“, sagte Walter Ruck vor einem Jahr in einem Interview mit dem Magazin „News“. Der Vorteil eines Family-Business sei, „dass ihr Fokus nicht nur auf kurzfristigen Gewinnen liegt, sondern auf dem nachhaltigen Fortbestand des Unternehmens“.

Rucks Family-Business in Kammer und Partei

Langsam Verantwortung übertragen. Nachhaltiger Fortbestand. In Generationen denken. Dieses Prinzip verfolgt Walter Ruck nicht nur in seinem Familienbetrieb – er praktiziert es auch in der Wiener Wirtschaftskammer und in der ÖVP Wien, in der er als Chef des ÖVP-Wirtschaftsbundes naturgemäß einen großen Einfluss hat.

Denn auch in der Kammer muss Ruck, 62, langsam an die nächste Generation denken. Nicht, weil der machtbewusste Präsident, der sich 2014 durch eine Kampfabstimmung in dieses Amt hievte, amtsmüde wäre, sondern weil die Statuten der Wirtschaftskammer schlicht nur drei Amtszeiten vorsehen. Rucks dritte Periode läuft 2030 aus.

Und vieles deutet darauf hin, dass er bereits jetzt an die Zeit danach denkt. Wie viele mächtige Männer hat auch Walter Ruck politische Ziehsöhne, die er fördert und aufbaut. In seinem Fall sind es seine leiblichen Söhne Christoph und Alexander.

Christoph Ruck ist die Garantie dafür, dass man den Nachnamen in der Wiener Wirtschaftskammer so bald nicht vergessen wird. Der Junior ist im Vorjahr zum Innungsmeister Bau in der Sparte Gewerbe und Handwerk aufgestiegen, eine Funktion, die sein Vater innehatte, bevor er zum Kammerpräsidenten aufstieg.

ÖVP-Insider: „Ruck spielt Monopoly“

Die Rucks mischen auch in der Sozialversicherung mit, die seit jeher im Einflussbereich von Arbeiterkammer und Wirtschaftskammer steht. Auch dort vertraut der ÖVP-Wirtschaftsbund offenbar auf die Dienste der Familie Ruck: 

Jakob Winter

Jakob Winter

ist Digitalchef und seit 2025 Mitglied der Chefredaktion bei profil. Gründete und leitet den Faktencheck faktiv.