Der Schauspieler Lee Byung-hun, von unten gesehen, mit einem großen Blumentopf, den er wie wurfbereit über seinen Kopf hält
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Arbeitskampf radikal: Park Chan-wooks tiefschwarze Kinokomödie „No Other Choice“

Mit „No Other Choice“ stellt der südkoreanische Regie-Star Park Chan-wook erneut seine Lust an absurden Pointen und visuellem Witz unter Beweis.

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Der Regisseur Park Chan-wook, geboren in Seoul 1963, ist in seinen Mitteln nicht zimperlich und in seinem Stil sowohl virtuos als auch sehr plakativ. Seine grellen Psycho- und Rache-Thriller („Oldboy“, 2003; „Lady Vengeance“, 2005) haben ihn so berühmt gemacht, dass er inzwischen fallweise auch im angloamerikanischen Raum dreht („Stoker“, 2013). Sein jüngster Film, „No Other Choice“, schlägt, als schwarze Komödie über einen Amateur-Serienkiller, sehr unterhaltsam und überdreht in die alte Kerbe.

Der Filmemacher Park Chan-wook in einem halbdunklen Raum, mit ein paar Zetteln in der Hand
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Auch wenn der Film in Südkorea produziert wurde, ist er doch ein – an ein globales Publikum gerichtetes – internationales Projekt: Am Drehbuch hat der (auch als exzellenter Filmemacher und Schauspieler) bekannte Kanadier Don McKellar mitgearbeitet, und als Vorlage nutzte Park einen maliziösen Roman des Amerikaners Donald Westlake („The Ax“). Seit seiner Uraufführung bei den Filmfestspielen in Venedig vor fünf Monaten reist „No Other Choice“ erfolgreich um die Welt (Kinostart in Österreich: 5. Februar).

Zwei Männer, einer stehend, einer sitzend, zeigen in einem dunklen Raum aufeinander, als würden sie einander mit Waffen bedrohen
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Tatsächlich hat der Film eine bewusst zeit- und ortlose Qualität, gefällt sich als zwischen Horror und Slapstick changierendes, stark generisches Produkt, das einer gewissen Unverbindlichkeit nur durch formale Originalität und visuelle Stilsicherheit entgeht.

Der koreanische Filmstar Lee Byung-hun, auch aus zahllosen Hollywoodfilmen und Netflix-Serien bekannt, spielt einen Mann, der mit dem jähen Verlust seines Jobs unversehens aus seiner wohlhabenden Existenz als Familienvater gekippt wird. Den Versuch, allfällige Konkurrenten in seinem hochspezialisierten Arbeitsfeld prophylaktisch aus dem Weg zu räumen, legt er drastisch an. Die so cartoonhaft wie hysterisch geübte Kapitalismuskritik in „No Other Choice“ vertraut auf entfesselten Witz und bildstarke Ideen. Heftige Turbulenzen garantiert.

Stefan Grissemann

Stefan Grissemann

leitet seit 2002 das Kulturressort des profil. Freut sich über befremdliche Kunst, anstrengende Musik und waghalsige Filme.