Zu sehen sind zwei Hände, die mit Plastikkarten ein Rauschgift-Pulver portionieren
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Speed und Spachtel: Der Drogenkonsum auf Österreichs Baustellen nimmt zu

Die Kiste Bier war gestern. Auf vielen Baustellen des Landes sind Drogen zum fixen Bestandteil des Arbeitsalltags geworden. Max erzählt, warum er fast täglich ein Gramm zieht und wie er damit durchkommt.

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„Ich rufe dich gleich zurück, ich brauche mein Handy kurz für etwas anderes“, sagt Max per Lautsprecher, als sich profil einen Gesprächstermin mit ihm ausmachen will. Das Handy kann er nicht ans Ohr halten. Auf seinem Touchscreen liegt eine Line Speed. Es ist Mittag auf der Baustelle. In einem Baucontainer hat er einen Powernap eingelegt. Jetzt will er wieder rasch in Schwung kommen.

Max ist gelernter Maler und arbeitet seit über 30 Jahren auf der Baustelle. Vor etwa zehn Jahren hat er angefangen, aufputschende Drogen während seiner Arbeit zu nehmen. Vorrangig zieht er Speed – in der Fachsprache Amphetamine –, um seine Leistung auf der Baustelle zu steigern. „Wenn ich es darauf anlege, male ich dann dreimal so viele Wohnungen aus“, erklärt Max. An ruhigeren Tagen habe er einfach nur mehr Spaß an der Arbeit.

Wenn er redet, wirkt es, als wäre seine Nase verstopft: „Ich war einmal auf einer Großbaustelle mit fast 70 Wohnungen. Eine Wohnung hatte fünf Fensterbänke. Bis die Baustelle fertig war, hatte ich von jeder Fensterbank mindestens eine Line gezogen.“ Max heißt anders – profil kennt seinen richtigen Namen. Er ist kein Einzelfall.

profil hat sich unter Bauarbeitern umgehört, bei Malern, Maurern, Installateuren und Trockenbauern. Es zeigt sich: Während weiterhin das Stereotyp des betrunkenen Hacklers vorherrscht, sind an vielen Baustellen Drogen zum fixen Bestandteil des Arbeitsalltags geworden. Ein Gesprächspartner stellt sogar die Frage, warum das überhaupt ein Thema für eine Zeitschrift wie profil ist. So normal ist es für ihn mittlerweile.

Mario Pichler

Mario Pichler

schreibt im Rahmen des 360 Grad Traineeships der Wiener Zeitung für das Österreich-Ressort. Gelernter Maler und studiert „Journalismus und neue Medien“ an der FH WKW.