Zurück zum Ursprung
Der Duft von heißem Punsch liegt in der klaren Winterluft. Vor den Holzhütten des Adventmarkts in Kaumberg bilden sich kleine Gesprächsinseln, Kinder laufen mit roten Wangen zwischen den Lichtern hindurch. Kaumberg im Triestingtal ist die Heimat von Christian Hafenecker. Hier nahm seine politische Karriere Fahrt auf; seit Jahrzehnten sitzt er im Gemeinderat. Und hier entstand auch sein erstes unternehmerisches Projekt.
Ende 2020 ließ Hafenecker in Kaumberg die „Dronesolutions Christian Hafenecker e.U.“ registrieren – ein Einzelunternehmen für Drohnenfotografie und Luftaufnahmen. Hinweise auf konkrete Aufträge sind rar, eine Website existiert nicht. Sichtbar wurde die Firma bislang nur ein Mal: Die Osterausgabe der Kaumberger Gemeindezeitung 2021 zeigt eine Drohnenaufnahme der nahe gelegenen Araburg, versehen mit der Unterschrift „Foto: Dronesolutions Christian Hafenecker“.
Großer Trubel um die Firma blieb bisher aus. Doch das könnte sich ändern. Nur wenige Fahrminuten weiter, in Altenmarkt an der Triesting, wächst etwas Größeres. Hinter einer unscheinbaren Hausfassade sind im Herbst gleich drei neue Firmen eingezogen, zumindest auf dem Papier: die BHS-Holding GmbH, die BHS Immobilien GmbH und die Adleraugen Media GmbH. Alle drei gehören Christian Hafenecker.
Vor allem die Adleraugen Media GmbH sticht hervor. Ihr Errichtungsvertrag lässt ein breites Feld an Aktivitäten erkennen: audiovisuelle Produktionen, Video- und Audioformate, digitale Publikationen, Verlagsprodukte, Vermarktung, Kommunikationsstrategien, der Handel mit Medienprodukten sowie mögliche Unternehmensbeteiligungen. Auf profil-Anfrage erklärt Hafenecker, die Adleraugen Media GmbH sei die Weiterentwicklung seiner Drohnendienstleistungsfirma.
Das Tätigkeitsfeld der Adleraugen Media GmbH umfasst nahezu alles, was ein Medienhaus braucht. Zufall oder nicht: Gleichzeitig arbeitet Hafenecker an Plänen, das FPÖ-Me-dienimperium auszubauen. Das multimediale Angebot des Freiheitlichen Parlamentsklubs soll personell und inhaltlich erweitert werden – neue Formate, dazu ein eigener Radiosender. Ein Vorhaben, das Hafenecker „noch heuer“ federführend umsetzen will. Auf die Frage von profil, ob die Infrastruktur der Adleraugen Media GmbH auch dem geplanten FPÖ-Medienhaus zugutekommen könnte, heißt es von Hafenecker: „Ich halte noch einmal explizit fest, dass das unabhängig vom FPÖ-Medienhaus ist – und privatwirtschaftliche Tätigkeiten nichts Ehrenrühriges sind.“ Zur Zukunft des Parteiprojekts lässt er ausrichten: „Details wird die Partei zum gegebenen Zeitpunkt geschlossen präsentieren.“
Blaufunk
Die Medienbehörde RTR/KommAustria bestätigt gegenüber profil, dass derzeit kein Antrag der FPÖ oder einer ihr zurechenbaren Organisation auf eine Rundfunklizenz vorliegt, die die Freiheitlichen bräuchten, um einen eigenen Radiosender zu betreiben. Parteien dürfen in Österreich
ohnehin weder Fernsehen noch Privatradio betreiben – lediglich Online-Video und Webradio.
Mit FPÖ TV, starken Social-Media-Reichweiten und einem eng geknüpften Netzwerk parteinaher Kanäle verfügt die FPÖ schon jetzt über ein Kommunikationsreich. Wie sich die privaten Medienprojekte ihres Generalsekretärs Christian Hafenecker weiterentwickeln, bleibt mit Adleraugen zu beobachten.