Gefängniszelle
Mehr Häftlinge, zu wenig Platz: Die Gefängnisse geraten unter Druck.
Häftling der Justizanstalt Klagenfurt verstorben
In den vergangenen Wochen wurde wiederholt über verstorbene Insassen in österreichischen Gefängnissen berichtet. Nach profil-Informationen hat sich im Februar 2026 ein weiterer Vorfall ereignet – diesmal in der Justizanstalt Klagenfurt.
Ein Insasse soll am Dienstagmorgen, dem 17. Februar, nach einem Suizidversuch leblos aufgefunden worden sein, das bestätigt das Justizministerium auf profil-Anfrage. Der Vorfall ereignete sich demnach kurz nach einem Duschgang. Mitarbeiter der Justizanstalt sollen versucht haben, den Häftling zu reanimieren; er wurde anschließend in kritischem Zustand ins Klinikum Klagenfurt gebracht. Vier Tage später, am 21. Februar, verstarb der Mann. Schwere Hirnschäden dürften letztlich zum Tod geführt haben.
Der Fall wurde von der Staatsanwaltschaft Klagenfurt an die Staatsanwaltschaft Graz delegiert. „Zur Beurteilung der genauen Todesursache muss das in Auftrag gegebene gerichtsmedizinische Gutachten abgewartet werden. Der konkrete Sachverhalt soll durch die noch laufenden Ermittlungen geklärt werden, deren Dauer aktuell nicht abschätzbar ist“, heißt es seitens der Staatsanwaltschaft Graz auf profil-Anfrage.
Die Ermittlungen führt das Landeskriminalamt Klagenfurt. Weitere Details zu den Todesumständen sind derzeit noch offen.
Weitere Todesfälle
Mehrere Todesfälle in österreichischen Justizanstalten sind in den vergangenen Wochen öffentlich bekannt geworden. Auch die Volksanwaltschaft wurde über den Fall in der Justizanstalt Klagenfurt informiert. „Insgesamt wurden der Volksanwaltschaft heuer bereits sechs Suizide und zwölf Suizidversuche gemeldet. Damit zählen wir bereits Ende März 2026 so viele Fälle, wie es insgesamt im ganzen Jahr 2020 gab, sagt Volksanwältin Gaby Schwarz (ÖVP). Diese Zahlen sollten „alarmieren und zu weiteren Maßnahmen im Bereich Suizidprävention führen“, so Schwarz.
Nach dem Tod eines psychisch kranken Häftlings in der Justizanstalt Hirtenberg (Bezirk Baden, Niederösterreich) im Dezember 2025 – der Fall wurde erst heuer durch einen Bericht im „Falter“ öffentlich bekannt – wurde ein Beamter suspendiert. Insgesamt zwölf Justizwachebeamte sollen auf den Insassen eingeprügelt haben; gegen sie wird strafrechtlich ermittelt.
Auch in der Justizanstalt Stein in Krems (Niederösterreich) kam es zu Konsequenzen: Nach dem Suizid eines Häftlings im Hochsicherheitstrakt am 12. März ermittelt nun die Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt gegen zwei Justizwachebeamte. Es besteht der Verdacht des Amtsmissbrauchs. Geprüft wird, ob die Beschuldigten ihre Kontrollpflichten vernachlässigt haben.
Ein weiterer Todesfall ereignete sich in der Justizanstalt Eisenstadt. Dort soll ein Insasse in der Nacht auf Sonntag ein Feuer in seiner Zelle gelegt und die Tür verbarrikadiert haben. Der Mann kam bei dem Brand ums Leben. Die Polizei hat Ermittlungen eingeleitet, um die genauen Umstände des Vorfalls zu klären.