Man sieht JJ-Song-Contest-Sieger mit der Regierung
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Israel-Boykott bei Song-Contest? Kulturminister Babler will sich „raushalten“

Mehrere EU-Länder drohen, dem Song-Contest fernzubleiben, wenn Israel dabei ist. Bundeskanzler Stocker und Außenministerin Meinl-Reisinger pochen auf eine Teilnahme. Der Kulturminister fährt eine andere Linie.

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Im Dezember entscheidet die Generalversammlung der EBU (European Broadcasting Union) über die Teilnahme Israel am European Song-Contest, der 2026 in Wien über die Bühne geht. Mehrere Länder, darunter Spanien, die Niederlande, Irland, Belgien oder Slowenien, hatten in den vergangenen Monaten gedroht, von einer Teilnahme abzusehen. Sie wollen auf diese Weise Israel wegen des Gaza-Kriegs boykottieren. Auf die Frage im profi-Interview, ob der Song-Contest in Österreich abgesagt werden soll, wenn Israel ausgeschlossen wird, sagt Kulturminister Andreas Babler (SPÖ) im Interview mit profil

„Ich will mich da nicht einmischen. Das ist eine Entscheidung unabhängiger Medien in der Europäischen Rundfunkunion (EBU). Da tun Politiker gut daran, sich rauszuhalten.“ Damit fährt er eine andere Linie als Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) und Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (Neos).

Stocker drängte Ende September aktiv auf eine Teilnahme Israels: „Ich würde es für einen fatalen Fehler halten, Israel auszuschließen. Schon aufgrund unserer Geschichte würde ich das niemals befürworten.“ Meinl-Reisinger schrieb einen offenen Brief an die Länder, die mit Boykott drohen. Sie zeigte sich „zutiefst besorgt über die Gefahr einer Spaltung zwischen den Mitgliedern der EBU“. Der Song-Contest und Kunst im Allgemeinen eigneten sich nicht für Sanktionen.

Clemens Neuhold

Clemens Neuhold

ist seit 2015 Allrounder in der profil-Innenpolitik. Davor „Wiener Zeitung“, Migrantenmagazin biber, Kurier-Wirtschaft. Leidenschaftliches Interesse am Einwanderungsland Österreich.