Zitate der Woche: "Wie will man künftig die Schnitzel braten?"

Über in Vergessenheit geratene Viren und das Koalieren mit der FPÖ. Die Politik-Zitate der Woche.

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"Ich nehme mit Stolz und Dankbarkeit die Wahl an." - Sozialismus nur beim Wahlergebnis: Karl Nehammer wird mit 100 Prozent Delegiertenzustimmung ÖVP-Obmann.

"So viele in so einem kleinen Raum heißt auch, so viele Viren, aber jetzt kümmert es uns nicht mehr - schön, dass ihr da seid!" - wieder ein Kanzler, der die Pandemie für beendet erklärt, diesmal Nehammer.

"Wenn meine überschwängliche Begrüßung zu Beginn der Veranstaltung Menschen irritiert hat, dann möchte ich mich dafür aufrichtig entschuldigen." - Einige Tage später muss Nehammer zurückrudern.

"Als der Herrgott Talent regnen ließ, muss wohl Nehammer unter einem Schirm gestanden haben. (...) Das Ergebnis kann wohl nur durch Mitleid zustande gekommen sein." - FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz lässt sich nicht mitreißen.

"Mit dieser FPÖ gehe ich nie wieder eine Koalition ein." - Verfassungsministerin Karoline Edtstadler (ÖVP) tut sich mit den Grünen leichter.

"Hearst Herbert, sei bitte amol still." - NEOS-Chefin Beate Meinl-Reisinger denkt in Richtung FPÖ-Chef Herbert Kickl ganz ähnlich.

"Ich glaube, dass Karl Nehammer das etwas scherzhaft zu Beginn dieser Veranstaltung gemeint hat und keine globale Aussage zur Corona-Politik treffen wollte." - die Grünen-Klubobfrau Sigrid Maurer nimmt den Viren-Sager deutlich entspannter ...

"Ich will nicht Parteichefin werden. Klubchefin ist der beste Job, den es gibt." ... und ist glücklich.

"Wir sind Tierfreunde. Nur wir können unterscheiden zwischen Nutztieren, Haustieren, Wildtieren und Plüschtieren." - Klubchef August Wöginger hat ein Herz für Tiere, aber weniger für Demonstranten beim ÖVP-Parteitag.

"Man sollte sich Gedanken darüber machen, nämlich wirklich aus Gründen des Tierschutzes, ob man ein Pferd diesem Stress aussetzen sollte." - Tierschutzminister Johannes Rauch (Grüne) hält Fiaker in der Stadt für verzichtbar.

"Wien ohne Fiaker wäre wie Venedig ohne Gondeln." - Wenn die Kutschen Trauer tragen: Markus Grießler, Obmann der Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft, will die Pferde nicht auf die Weide schicken.

"Wir müssen dorthin gehen, wo es wehtut." - Burgenlands Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) skizziert den Weg zurück ins Kanzleramt.

"Niemand wird sich trauen, Gehaltserhöhungen, die jetzt stattfinden aufgrund dieses Pflegepaketes, zurückzunehmen." - Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne) vertraut bei seiner Reform auf längerfristigen Geldsegen aus den Ländern.

"Meine Hausmacht ist die Expertise und das Argument." - Martin Kocher, seit neuestem auch Wirtschaftsminister, bleibt ungebunden.

"...die FPÖ war eine Nazipartei, als ich dazukam. Ich wollte sie zu einer liberalen Partei gestalten und scheiterte damit kolossal." - Ex-Vizekanzler Norbert Steger blieb trotzdem blau.

"Die Neutralität der Österreicher liegt im Herzen der Österreicher." - Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) ist gegen eine Herz-OP und damit gegen einen NATO-Beitritt.

"Kopflos macht es auch nicht besser." - EX-ÖVP-Außenministerin Ursula Plassnik würde eher beim Oberstübchen ansetzen.

"Homeoffice wird nach Corona bleiben. Einfach ist das nicht, denn daheim sind die Kinder, daheim ist die Frau, manchmal ist der Wohnzimmertisch voll, weil dort der Kuchen gebacken wird. Da kann man nicht arbeiten." - Die Heimarbeitsplagen des neuen Wiener ÖVP-Chefs Karl Mahrer.

"Meine Frau backt gar keinen Kuchen, das mag sie nicht. Bei uns backe ich." - Mahrer rudert zurück und bleibt Herr der Wohnzimmermöbel.

"Wie will man künftig die Schnitzel braten?" - ... fragt sich die außenpolitische Sprecherin der Grünen Ewa Ernst-Dziedzic, wenn man sich nicht um ein Ende des Ukraine-Kriegs bemüht, der auch die Sonnenblumenöl-Produktion hindert.