Eu-Kommissions Präsidentin von der Leyen (rechts) und Europäischer Rats Präsident António Costa (links) schütteln die Hände von Indiens Premier Narendra Modi (Mitte). Im Hintergrund rechts ist eine indische Fahne zu sehen.
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Gebraucht-Implantate aus Europa? Indien fürchtet Marktüberflutung

Die EU-Industrie profitiert vom Handelsdeal mit Indien. Doch dort fürchtet man nun die Marktflutung mit Gebraucht-Implantaten aus Europa.

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Indiens Ärzte sind besorgt. Mit dem neuen EU-Indien-Freihandelsabkommen öffnet der traditionell protektionistische Staat seinen Markt für eine Reihe europäischer Erzeugnisse. Damit riskiert Indien eine mögliche Flutung des indischen Gesundheitssystems mit medizinischen Gebraucht-Geräten aus der EU. Während der Import von Second-Hand CT-, MRT- oder Mammografie-Geräten in Indien streng geregelt ist, sind ausgerechnet gebrauchte Implantate wie Herzschrittmacher, Gelenke oder Glukose-Monitore weitgehend unkontrolliert. Ein EU-Zertifikat reicht: Ob eine Knieprothese jahrelang am Markt war – oder im Körper – spielt regulatorisch kaum eine Rolle.

Indien importiert etwa 70 bis 90 Prozent der medizinischen Geräte aus dem Ausland. Derzeit etwa ein Viertel davon aus Europa. Das neue Handelsabkommen zwischen der Union und Indien könnte diesen Anteil weiter vergrößern. Für die EU sind medizinische Maschinen- und Geräte-Exporte ein großer Markt, erklärt Komplexitätsforscher Peter Klimek vom österreichischen Lieferketteninstitut. „Das ist der Bereich, wo die EU global gesehen noch tatsächlich ein Stärkefeld hat, gerade bei solchen Spezialgeräten.“ Wie viele davon als Gebrauchtgeräte im Ausland landen, ist unklar. Doch die Gefahr für Indiens Wirtschaft und Gesundheit ist real, sagt Dr. Vinay Aggarwal, Ex-Präsident der Indian Medical Association in den indischen Medien.

Hannah Müller

Hannah Müller

ist seit September 2025 bei profil.