© Michael Rausch-Schott

Titelgeschichte
05/14/2022

Streitgespräch: „Gasembargo könnte Krieg beenden“

Ein Ausstieg aus russischem Gas ist möglich, wenn Europa zusammenhält, sagt Energieexperte Walter Boltz. Ex-Kanzler Christian Kern hält dagegen – und vergleicht das Vorhaben mit dem Zünden von Dynamit auf einer brennenden Plattform. [E-Paper]

von Siobhán Geets, Michael Nikbakhsh

Walter Boltz hat einen Plan. Der langjährige Chef der Regulierungsbehörde E-Control (2001–2016) setzt sich für ein EU-weites Embargo von russischem Gas ein. Die Kosten eines Nichtausstiegs könnten am Ende sogar höher sein, argumentiert  der 68-Jährige. Zudem würde ein Boykott den Krieg in der Ukraine verkürzen.

Christian Kern kann dem nicht zustimmen. Der ehemalige SPÖ-Bundeskanzler und Ex-ÖBB-Manager hält Boltz’ Vorhaben für brandgefährlich. Mit seinem Unternehmen „Blue Minds“ investiert der 56-Jährige ausschließlich in alternative Energien.

Seit die Gaspreise stark steigen, meldet sich Kern wieder häufiger in den Medien zu Wort. Er sieht die schwersten Zeiten seit 1945 auf Europa zukommen – und warnt vor einem Gasembargo, das alles noch viel schlimmer machen würde.

profil: Herr Kern, Walter Boltz hat letzthin in einem „Falter“-Interview ausgeführt, dass der Ausstieg aus dem russischen Gas für Europa und auch für Österreich absolut machbar sei – und für ein europäisches Embargo auf russisches Gas plädiert. Boltz’ Feststellung „Wir schaffen das“ klingt doch recht gut. Beruhigt Sie das?

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Die ganze Geschichte finden Sie in der profil-Ausgabe 20/2022 - hier als E-Paper.

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