Feldarbeiterinnen in der Baumschule
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Feldarbeit, Schulen: Wie Menschen versuchen, sich der Hitze anzupassen

Österreich und ganz Europa erleben einen Hitzeschock. Auf heißeste Tage folgen heißeste Nächte. Die Bevölkerung versucht, sich an die widrigen Umstände anzupassen.

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Auf dem Feld der Baumschule Forsterpointner im Innviertel hat es diesen Donnerstag um halb elf Uhr vormittags schon fast 30 Grad. Heißer Wind streicht durch die Blätter der Jungbäume, während Liliana Petrovic und ihre vier Kolleginnen Unkraut schneiden. Unermüdlich arbeiten sich die Frauen durch die langen Reihen mit Eichen und Kastanien, in den Händen kleine Sicheln, die Arme tief gebräunt. Auf ihren verschwitzten Köpfen tragen sie bunte Schirmhüte, um sich ein wenig vor der Sonne zu schützen; im spärlichen Schatten einer Hecke wartet die Kühltasche mit Wasser und Cola.

Die Frauen kommen mit dem Jäten dieser Tage kaum nach, denn es ist eine heikle Phase für die Jungpflanzen: Die frischen Triebe brauchen Licht, bis zum Verkauf im nächsten Frühjahr sollen die kniehohen Bäume noch mindestens 20 Zentimeter wachsen. Und die herrschende Trockenheit plagt zwar die Bäume, aber Ackerwinde, Giersch und Wicken kann sie wenig anhaben.

Trotzdem haben die Feldarbeiterinnen seit dieser Woche nachmittags hitzefrei. „Es ging nicht mehr anders“, sagt Firmenchef Josef Forsterpointner resigniert. Zwar brachten er und Juniorchefin Anna Forsterpointner regelmäßig eiskaltes Wasser aus dem Brunnen aufs Feld, aber am Nachmittag war den Frauen die Erschöpfung immer deutlicher anzusehen. „Wir entschieden uns, die Arbeitszeit den extremen Temperaturen anzupassen“, sagt Anna Forsterpointner. Normalerweise wird von 8 bis 17 Uhr gearbeitet, nun geht es um 6 Uhr früh aufs Feld, um 12 Uhr ist Schluss. Liliana Petrovic ist froh darüber, auch wenn ihr das frühe Aufstehen keine große Freude macht: „Aber ab Mittag wird es unerträglich“, sagt sie.

Unerträglich. Das Wort beschreibt die aktuelle Lage nicht bloß hier im Innviertel, sondern in ganz Europa. Laut dem European Heat Tracker, einer Website, die Temperaturwerte auf dem gesamten Kontinent auswertet, erlebten vergangenen Mittwoch 356 Millionen Europäerinnen und Europäer Temperaturen von 30 Grad Celsius oder mehr. Die Temperatur lag um 5,3 Grad über dem Durchschnitt von 1961 bis 1990.

Franziska Dzugan

Franziska Dzugan

schreibt für das Wissenschaftsressort, ihre Schwerpunkte sind Klima, Medizin, Biodiversität, Bodenversiegelung und Crime.