Frauen halten Maschinengewehre in der Hand und blicken in die Distanz.
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Ist der kurdische Traum von Autonomie in Syrien zu Ende?

Syriens Regierung greift die Kurden an. profil sprach mit Personen vor Ort, warum sie trotz hoffnungsloser Lage weiterkämpfen.

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Kobanê ist eine belagerte Stadt. „Wir haben nicht genug Milch für unsere Kinder, kein Öl, um zu heizen, kein Wasser, keinen Strom“, schreibt Amed. profil erreicht ihn trotz der zwischenzeitlich unterbrochenen Internetverbindung über WhatsApp.

Lebensnotwendige Waren gelangen nicht mehr nach Kobanê. Truppen der syrischen Übergangsregierung umzingeln die an der Grenze zur Türkei gelegene Ortschaft und blockieren die Straßen.

Ein Konvoi an Pickups mit Kämpfern darauf fährt durch eine schneebedeckte Stadt (Kobane).
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Amed erzählt, wie er verzweifelt versucht hat, in den von Schnee und Matsch bedeckten Straßen Treibstoff zum Heizen seiner Wohnung aufzutreiben. In Kobanê herrschen Temperaturen um den Gefrierpunkt. „Die Menschen hüllen sich in mehrere Decken, um warmzubleiben“, sagt der 40-jährige Kurde, „mein Sohn stand kürzlich drei Stunden Schlange, um an Brot zu kommen. Die Menschen in Kobanê haben Angst – wir wissen nicht, wie es weitergeht.“

Manchmal spüren wir die Erschütterung durch die Bomben. Es fühlt sich an wie ein Erdbeben.

Shervan

Arzt

Der Arzt Shervan musste seine Ordination schließen, jetzt fährt er auf der Suche nach Krankenhäusern, deren Dieselgeneratoren noch laufen und die so noch mit Strom versorgt werden, durch die Stadt, erzählt er profil: „Unser Treibstoff für die Notstromgeneratoren geht zu Ende.“ In den Krankenhäusern habe er Patienten mit amputierten Händen und Beinen sowie durch Bombensplitter verletzte Soldaten und Zivilisten gesehen. Der Krieg sei nah, sagt er: „Wir hören das Artilleriefeuer, und manchmal spüren wir die Erschütterung durch die Bomben. Es fühlt sich an wie ein Erdbeben.“

Zusammen mit dem weiter östlich gelegenen Qamischli ist Kobanê die letzte Hochburg der syrischen Kurden, seit Syriens islamistisch-geführte Übergangsregierung Mitte Jänner 
kurdisch kontrollierte Gebiete im Nordosten des Landes angriff.

Zwei Männer auf einem Motorrad zeigen Peace-Zeichen, einer hält eine syrische Flagge.
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Blitzoffensive: Syriens Kurden stehen mit dem Rücken zur Wand.

Schwer bewaffnete Soldaten stehen vor den kurdisch bewohnten Gebieten. Nordostsyrien steuert auf eine neue humanitäre Katastrophe zu. Warum stürzt Syriens neuer Staatschef Ahmed al-Scharaa sein Land erneut in die Gewalt? Und warum stehen die Kurden, die den sogenannten Islamischen Staat (IS) in Syrien mit US-Unterstützung besiegt hatten, heute allein und mit dem Rücken zur Wand da?

Raphael  Bossniak

Raphael Bossniak

ist seit Juli 2025 im Außenpolitik-Ressort. Davor freier Journalist für APA, Kurier und die deutsche Nahostfachzeitschrift zenith. Schwerpunkt Nahost / Kaukasus / Osteuropa.