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Kultur
01/15/2022

Cartoonist im Ruhestand: Ein Abschiedsgespräch mit Rudi Klein

Rudi Klein illustrierte 25 Jahre lang die profil-Leitartikel. Nun verabschiedet sich der Wiener Zeichner in den Unruhestand. Ein Abschiedsgespräch. [E-Paper]

von Wolfgang Paterno

profil: Herr Klein, haben Sie heute schon gelacht?
Klein: Ich lache selten, am wenigsten über meine eigenen Zeichnungen.

profil: Wann haben Sie zuletzt Tränen gelacht?
Klein: Bei zwei bestimmten Gelegenheiten. Das erste Mal bei der Lektüre der deutschen Übersetzungen von Bob Dylans Liedern. Ich war allein in der Wohnung meines Münchner Verlegers und sang schallend die Übertragungen. Es war zum Wiehern. Dylan auf Deutsch geht einfach nicht.


profil: Und das zweite Mal?
Klein: Während eines Telefonats mit meinem Kollegen Nicolas Mahler. Kurz zuvor war ein palästinensischer Scheich, der im Rollstuhl saß, von den Israelis mit einer Rakete eliminiert worden. Ein gebrechlicher Opa, den man mit einem Fausthieb k. o. schlagen könnte, wird mit einem Marschflugkörper um die Ecke gebracht! Bei den anschließenden Demos wachelten die Palästinenser mit Rollstuhlteilen. Vollkommen absurd!

profil: Warum haben Sie solche Probleme mit dem Lachen?
Klein: Ich lache ja. Beim Filmschauen manchmal ein kurzes „Haha“. Das Problem ist, dass einen die Geschmacksentwicklung wählerisch macht. Als junger Mann sah ich mit Freundinnen im Kino Bud-Spencer-Filme. Das Publikum lachte ohne Ende. Ich fand es überhaupt nicht lustig, wenn ständig auf Köpfe eingeschlagen wird. Je mehr guten Humor man gesehen oder gehört hat, desto weniger kann man lachen. Punktum.

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Die ganze Geschichte finden Sie in der profil-Ausgabe 3/2022 - hier als E-Paper.

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