Für saubere Wäsche muss das Waschmittel richtig dosiert werden

© APA - Austria Presse Agentur

profil macht schlau
03/30/2022

Warum riecht frisch gewaschene Wäsche streng?

Ausgerechnet, wenn sie aus der Waschmaschine kommt, müffelt die Wäsche? Woran das liegt, und was man dagegen tun kann.

von Franziska Dzugan

Frühlingsdüfte und dergleichen verspricht einem die Werbung, doch wenn man die Wäsche aus der Maschine holt, strömt einem oft der Geruch eines herbstlichen Laubhaufens entgegen.

Das Innere von Waschmaschinen sollte eigentlich sauber sein – tatsächlich aber wimmelt es dort häufig von Bakterien. Die Gründe: Feuchtigkeit und Wärme bieten Keimen einen idealen Lebensraum; milde Waschmittel und niedrige Waschtemperaturen begünstigen das Bakterienwachstum ebenfalls.

Was genau sich in der Trommel tummelt, hat Markus Egert von der Hochschule Furtwangen untersucht. Er hat insgesamt 40 Bakterienarten gefunden – darunter in der Chemie wohlbekannte Stinker wie Moraxella osloensis. Sie erzeugen Substanzen, welche die Wäsche muffeln lassen. Besonders intensiver Geruch bildet sich, wenn die Kleidung mild gewaschen und anschließend mehrere Stunden in der Maschine vergessen wurde.

Baumwolle als Futter für die Keime?

Möglicherweise dienen die nassen Textilien den Bakterien sogar als Nahrung. Im Verdacht steht vor allem Baumwolle. Sie besteht aus Cellulose, die wiederum aus Zuckereinheiten aufgebaut ist. Polyester dagegen ist ein schwer abbaubarer Kunststoff. In weiteren Studien will Egert nun klären, „was die Keime auf der Wäsche so treiben und wie man ihr Verhalten unter hygienischen Gesichtspunkten optimieren kann. Dazu muss man sie ja nicht gleich töten. Sie zu ‚überreden‘ mit dem Stinken aufzuhören, wäre schon ein großer Erfolg“.

__________

Sie lesen einen Artikel aus der Serie "profil macht schlau", in der Fragen des Alltagslebens beantwortet werden. Näheres zu der Serie und weitere Teile können Sie hier nachlesen.

__________

Wo die Bakterien sitzen und wie man ihnen beikommt

Stark besiedelt sind vor allem die Schubladen für das Waschmittel und der untere Teil der Bullaugendichtung, wie Egert festgestellt hat. „Wir haben Spitzenwerte von bis zu 337.000 Keimen pro Quadratzentimeter gefunden.“ Manche davon könnten immunschwachen Menschen sogar gefährlich werden. Sein Tipp: „Wir verdeutlichen mit unserer Studie, dass Waschmaschinen regelmäßig gereinigt werden sollten – beispielsweise durch Auswischen mit Allzweckreiniger, aber auch durch regelmäßiges Waschen bei mindestens 60 Grad Celsius mit einem bleichehaltigen Pulverwaschmittel. Außerdem sollten Bullauge und Einspülkammer zwischen den Wäschen offengelassen werden, damit sie austrocknen können.“