70 Jahre FPÖ: Christentum, Ibiza und Zerstörungswut
Am 7. April feiert die FPÖ ihren 70. Geburtstag. Statt eines Straußes Kornblumen ein profil-Alphabet zur blauen Partei- und Ideengeschichte, inklusive G wie Gruselkabinett und O wie Opferrolle.
Wie in einer Schrift des Freiheitlichen Bildungsinstituts, und nur dort, zu lesen ist, war die Gründung der FPÖ vor 70 Jahren „ein Glücksfall für die Republik“. Der erste FPÖ-Parteiobmann, Anton Reinthaller, NS-Staatssekretär und SS-Brigadeführer (siehe „N“), hielt fest, die FPÖ kämpfe, „für die Befreiung der Staatsbürger vom Gesinnungsterror politischer Parteien“. Die Freiheitlichen würden beweisen, „dass sie die Heimat aller nationalfreiheitlich gesinnten, sauber denkenden Österreicher“ sei. Die FPÖ ging aus untereinander zerstrittenen nationalliberalen Parteien des „Dritten Lagers“ hervor, wie dem Verband der Unabhängigen oder der Freiheitspartei. Ihr Gründungsparteitag erfolgte am 7. April 1956 im Hotel „Weißer Hahn“ in der Wiener Josefstadt mit 130 stimmberechtigten Funktionären. Ein Originalfoto zeigt ein Plakat im Veranstaltungssaal mit dem Leitspruch: „Glaube – Treue – Opferbereitschaft. Dann gehört uns die Zukunft“.
B wie Blau
Blau war die Farbe der Revolutionäre von 1848, auf deren Erbe sich die FPÖ beruft. Die Kornblume ist ihr Floral-Symbol. Im Mai 2005 beschloss Jörg Haider, orange zu werden, und spaltete das „Bündnis Zukunft Österreich“ von der FPÖ ab. Ausgangspunkt waren Streitereien mit dem rechten Rand um den jungen Wiener FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache. Das einzige Klare an der Trennung war die neue Parteifarbe. Wer sich nun „freiheitlich“ nennen durfte, beschäftigte sogar die Gerichte. Haiders BZÖ Kärnten bezeichnete sich weiterhin als „Die Freiheitlichen in Kärnten“. Die FPÖ alt firmierte dort unter „Freiheitliche Partei Kärntens“ (FPK).
C wie Christentum
Antiklerikalismus war eine Dominante im freiheitlichen Wesen, Religion Privatsache. Erst im 1997 erneuerten Parteiprogramm fand sich – auf Bestreben des Abgeordneten Ewald Stadler – die Formel vom „Christentum, das seine Werte verteidigt“.
Im derzeit gültigen, unter Parteichef Strache beschlossenen Programm aus 2011 findet sich ein Bekenntnis zu einem nicht näher definierten „Kultur-Christentum“.
Im derzeit gültigen, unter Parteichef Strache beschlossenen Programm aus 2011 findet sich ein Bekenntnis zu einem nicht näher definierten „Kultur-Christentum“.
Im derzeit gültigen, unter Parteichef Strache beschlossenen Programm aus 2011 findet sich ein Bekenntnis zu einem nicht näher definierten „Kultur-Christentum“. Herbert Kickl nimmt in seinen Wahlslogans gern Anleihe bei der Bibel und Gebeten („Euer Wille geschehe“; „Nächstenliebe“) und absolviert Wahlkampfauftritte vor dem Wiener Stephansdom. Sein Büro ließ er nach einer Renovierung weihen.
D wie Deutschtümelei
Das Bekenntnis zur deutschen „Volks- und Kulturgemeinschaft“ war Kern jedes FPÖ-Programms. Jörg Haider lehnte die Vorstellung einer eigenen österreichischen Nation ab, bezeichnete sie im Jahr 1988 gar als „ideologische Missgeburt“ und erklärte Wien zur „deutschen Stadt“. Allerdings war es auch Haider, der 1995 eine Abkehr von der „Deutschtümelei“ forderte. Die stramm Nationalen in der FPÖ, vor allem in Haiders Kärntner Landespartei, sahen darin einen Verrat an den alten Werten. In ihrem aktuelle Programm aus 2011 bekennt sich die FPÖ zum „Heimatland Österreich als Teil der deutschen Sprach- und Kulturgemeinschaft“.
E wie Einzelfälle
Im Jahr 2018 sah sich die FPÖ (vom Koalitionspartner ÖVP) gezwungen, einen Historikerbericht über die braunen Flecken der Parteigeschichte verfassen zu lassen. Anlass war eine Häufung einschlägiger Vorkommnissen oder Utensilien wie ein Liederbuch der Schülerverbindung des niederösterreichischen FPÖ-Obmanns Udo Landbauer mit Spottversen über den Holocaust. Der Historikerbericht unter der Ägide des Rechtsprofessors und früheren FPÖ-Abgeordneten Wilhelm Brauneder ergab, dass es sich bei den Vorkommnissen um bloße Einzelfälle handelte und keinesfalls um eine der blauen Funktionärskaste immanente Geisteshaltung. Eine wirklich unabhängige Untersuchung fand allerdings nicht statt.
F wie Freiheit
„Die Freiheit gilt uns als das höchste Gut“, heißt es den diversen FPÖ-Programmen. Während der Coronapandemie tingelte Herbert Kickl auf einer sogenannten Freiheitstour durchs Land. Jörg Haider titelte ein 1993 erschienenes Buch mit einem Zitat des Lyrikers Max von Schenkendorf: „Die Freiheit, die ich meine“. Originell mutete Haiders Vorschlag eines Bürgerpflichtenkatalogs an, da „Bürgerpflicht“ wohl mit dem Freiheitsbegriff kollidiert. Geradezu paradox erscheint das Motto des FPÖ-Wahlprogramms aus dem Jahr 2024: „Festung Österreich, Festung der Freiheit“.
G wie Gruselkabinett
Beim politischen Personal der FPÖ gibt es einen „Narrensaum“, wie der Obmann der FPÖ-Oberösterreich, Manfred Haimbuchner, einmal eingestand. In Anlehnung daran ist der Schluss zulässig: Je erfolgreicher die Partei, desto mehr Mandate und folglich auch „Narren“. Im aktuellen FPÖ-Parlamentsklub mit seinen 57 Nationalratsabgeordneten finden sich Mandatare zum Gruseln: Mit Corona-Schwurblern, Impfgegnern und einem eigens installierten „Linksextremismus-Sprecher“ war zu rechnen. Die Breite des Narrensaums überrascht aber doch.
Eine Abgeordnete forscht nach der Bundeslade und hat Visionen von einem französischen Tempelritter namens Henri. Ein Mandatar polemisiert, dass „Menschen, die Schweinefleisch in Österreich essen, weniger dazu neigen, sich in die Luft zu sprengen“. Und ein Tiroler Abgeordneter will mittels Farben, Edelsteinen oder Lichtquellen die „energetische Ausgewogenheit“ seiner Klientinnen und Klienten erreichen.
H wie Haider
Harald Ofner, Justizminister der SPÖ-FPÖ-Koalition von 1983 bis 1986, stellte mehrfach den Antrag, den renitenten Kärntner Landesobmann Jörg Haider aus der Partei auszuschließen, weil dieser nicht müde wurde, von Klagenfurt aus die blaue Regierungsriege und ihren Obmann und Vizekanzler Norbert Steger zu kritisieren. Haider wurde nicht ausgeschlossen, sondern am Innsbrucker Parteitag im September 1986 zum Bundesparteiobmann gewählt.
Kaum eine Karriere verlief erratischer: 1989 wurde Haider Kärntner Landeshauptmann, 1991 musste er wegen seines Sagers, im Dritten Reich habe es eine „ordentliche Beschäftigungspolitik“ gegeben, zurücktreten. 2000 führte er die FPÖ mit Vizekanzlerin Susanne Riess in die Bundesregierung, sabotierte aber von Anbeginn die eigene Ministerriege; mal war er omnipräsent, mal wieder weg. Er machte die FPÖ zur zweitstärksten politischen Kraft im Land, um sie schließlich 2005 zu spalten (siehe „B“); 1999 wurde er wieder Landeshauptmann. Am 11. Oktober 2008 starb er bei einem Autounfall nahe Klagenfurt.
I wie Ibiza
Am 24. Juli 2017 verließ Heinz-Christian Strache eine Finca auf Ibiza mit den Worten: „We make party now.“ Zuvor hatte er in offensichtlich angeheitertem Zustand über verdeckte Parteispenden, die Vergabe öffentlicher Aufträge und den Kauf der „Kronen Zeitung“ fabuliert. Nach der Veröffentlichung des Videos trat er am 18. Mai 2019 zurück und verteidigte sein Verhalten als „ein typisch alkoholbedingtes Machogehabe“.
Harald Vilimsky sprach von „einem Treffen historischen Ausmaßes in Jerusalem“. Am 25. Jänner 2026 nahm der FPÖ-Delegationsleiter im EU-Parlament an einem Treffen rechtspopulistischer Parlamentarier aus Ungarn, Spanien und Frankreich mit Israels Premier Benjamin Netanjahu teil. In Wien hielt Israels Botschafter, David Roet, fest, dass sich an der Kontaktsperre zur FPÖ nichts ändere.
Heinz-Christian Strache hatte als Parteiobmann versucht, Vertrauen aufzubauen. Er besuchte die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem und veröffentlichte 2010 mit rechtspopulistischen und rechtsextremen EU-Politikern eine „Jerusalemer Erklärung“, in der er sich mit Israel im Kampf gegen den islamischen Fundamentalismus solidarisierte.
K wie Kickl
Für den 57-jährigen FPÖ-Obmann könnte Siegen zum Selbstzweck werden. Bei der Nationalratswahl 2024 führte er seine Partei auf den ersten Platz. Der grandiose Wahlkämpfer erwies sich dann als inferiorer Verhandlungstaktiker und musste den Regierungsbildungsauftrag zurücklegen. Wären demnächst Neuwahlen, würde Kickl einen noch größeren Erfolg einfahren – und wieder keinen Partner finden, der ihn zum Bundeskanzler (in seinen Worten: „Volkskanzler“) wählt.
Kickl hat fast immer in und von der Politik gelebt. Vom kleinen Sekretär zur besonderen Verwendung des Parteichefs schaffte er es bis zum Bundesparteiobmann. Er vermarktet die FPÖ als „soziale Heimatpartei“. Als Innenminister wurde er selbst zum Gefährder der öffentlichen Sicherheit, indem er unter Beihilfe der Korruptionsstaatsanwaltschaft das Bundesamt für Verfassungsschutz stürmen ließ.
L wie Liberalismus
Die Geschichte der FPÖ ist auch eine der Abspaltungen. Nach dem Anti-Ausländer-Volksbegehren im Jahr 1993 (siehe „X“) verließen fünf Nationalratsabgeordnete unter Führung von Heide Schmidt den FPÖ-Parlamentsklub, bildeten eine eigene Fraktion und gründeten eine neue Partei: das Liberale Forum.
Norbert Steger, Parteichef von 1980 bis 1986, hatte einst angekündigt, der FPÖ „ein lupenreines liberales Programm“ zu geben, und war damit gescheitert. Die heutige FPÖ sieht „freiheitlich“ nicht mehr als Synonym für „liberal“. Ihr Gesellschaftsbild – gegen Migration, Wokeness und Minderheiten – ist weit rechts, ihr wirtschaftspolitisches Verständnis – gegen Kapitalmärkte, Freihandel und Konzerne – links.
M wie Mitte
Der erste Parteiobmann der FPÖ, Anton Reinthaller, sah in der freiheitlichen Programmatik 1956 eine „Politik der Mitte und damit der Vernunft“. Beim erstmaligen Einzug in den Nationalrat mit sechs Abgeordneten nach der Wahl im Mai 1956 forderte Klubobmann Willfried Gredler Plätze in der Mitte des Plenums, andernfalls würden die FPÖ-Mandatare am Boden vor der ersten Reihe einen Sitzstreik inszenieren. Schließlich erhielten die Freiheitlichen Plätze in der Mitte zugewiesen, allerdings in den hinteren Reihen. Heute sitzen die Blauen im Plenarsaal aus Sicht des Nationalratspräsidenten rechtsaußen.
N wie Nationalsozialismus
Die FPÖ des Jahres 1956 war zum großen Teil eine Partei von ehemaligen Nationalsozialisten für ehemalige Nationalsozialisten. Parteichef Anton Reinthaller trat 1928 der NSDAP bei, war nach dem „Anschluss“ NS-Landwirtschaftsminister in Wien, dann Unterstaatssekretär im Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft in Berlin. Ab 1938 war er bei der SS und stieg bis zum Brigadeführer auf. Friedrich Peter, FPÖ-Obmann von 1958 bis 1978, war Offizier in der Waffen-SS. Norbert Steger kündigte als Parteichef an, die FPÖ von den „Kellernazis“ befreien zu wollen.
Jörg Haider bezeichnete Veteranen der Waffen-SS bei einem Vortrag als Menschen, „die einen Charakter haben und die auch bei größtem Gegenwind zu ihrer Überzeugung stehen und ihrer Überzeugung bis heute treu geblieben sind“.
Und erst im März wurde der frühere Büroleiter von FPÖ-Nationalratspräsident Walter Rosenkranz, René Schimanek, wegen nationalsozialistischer Wiederbetätigung rechtskräftig verurteilt. Schimanek hatte eine Parte für seinen verstorbenen Vaters schalten lassen, auf der ein Zitat und ein Symbol mit NS-Bezügen waren.
O wie Opferrolle
Für eine Partei voller jugendlicher Angriffslust erweist sich die FPÖ als überraschend wehleidig. Sie inszeniert sich als Opfer des „Systems“, „linker Medien“; von „Schmutzkübelkampagnen“; des ORF; „politischer Feldzüge“. Vor allem sieht sie sich seit Jörg Haiders Zeiten als Opfer der „Ausgrenzung“ durch die anderen Parteien.
P wie Poesie
Die blaue Blume ist bekanntlich ein Symbol der Romantik, die blaue Poesie eher Beton. Auf FPÖ-Plakaten übten sich Herbert Kickl und andere im Reimen: „Pummerin statt Muezzin“; „Daham statt Islam“; „Mehr Mut für unser Wiener Blut“. Wenn er nicht reimt, kreiert Kickl Aphorismen: „Frei zu sein bedeutet, sich körperlich und geistig bewegen zu können.“
Keine andere Partei ist derzeit so diszipliniert wie die FPÖ. Die letzte öffentliche Auseinandersetzung löste Kickl als Generalsekretär im Jahr 2021 aus, als er Parteichef Norbert Hofer aus dem Amt mobbte. Da die FPÖ wie keine andere Partei bereit war, Parteidogmen über Nacht zu entsorgen, kam es regelmäßig zu Streitereien: zwischen Befürwortern und Gegnern eines EU-Beitritts; zwischen Deutschnationalen und Liberalen; zwischen wirtschaftsliberalen Freiberuflern und „Kleiner-Mann“-Ideologen.
R wie Rechtspopulismus
Noch aggressiver, als er ohnehin ist, kann Herbert Kickl werden, wenn man seine FPÖ als „rechtsextrem“ bezeichnet. Laut einer Definition der Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienst zeichnen sich rechtsextreme Parteien durch „Gutheißung oder Inkaufnahme von Gewalt“ aus. Nach dieser Definition ist die FPÖ keine rechtsextreme Partei. Die Bezeichnung „Rechtspopulismus“ versteht Kickl als Auszeichnung, schließlich höre ein „Populist“ auf das Volk.
S wie Strache
Der „Heinz“ übernahm 2005 nach der Abspaltung des BZÖ (siehe „B“) die Partei, 2019 musste er wegen Ibiza (siehe „I“) gehen. Seine Comeback-Versuche blieben bemitleidenswert erfolglos. Als FPÖ-Generalsekretär beschrieb Kickl die Funktion seines Parteichefs Strache zweideutig: „Ich würde sagen, dass Strache nicht in dem Sinn der Kapitän, sondern der Stürmer ist. Er ist der Goalgetter.“
T wie Tiraden
Bei einer Bierzelt-Rede am 1. Mai 2025 bezeichnete Herbert Kickl den SPÖ-Vorsitzenden Andreas Babler als „linke Zecke“. Dieser klagte, die FPÖ wurde nicht rechtskräftig zu einer Zahlung von 5000 Euro verurteilt. Wilde Schimpfkanonaden sind – nicht nur im Bierzelt, sondern auch im Parlament – ein Stilmittel der Freiheitlichen. Altersmilde ist nicht festzustellen. Ein Auszug: „Inzucht-Partei“, „Klimaterroristen“, „Gender-Wahnsinn“, „Volksverräter“, „penetranter Tuntenaufmarsch“, „Mumie in der Hofburg“.
U wie Umvolkung
Die Provokation ist das bevorzugte Mittel der FPÖ. Im Februar 1992 warnte der damalige FPÖ-Bundesrat Andreas Mölzer in einem Vortrag vor der „Umvolkung“ durch die steigende Zuwanderung aus islamischen Regionen. Die Aufregung war groß, handelte es sich doch um einen NS-konnotierten Begriff. Heute firmiert die Verschwörungstheorie der „Umvolkung“ unter „Bevölkerungsaustausch“: Die Regierung, so die blaue Erzählung, wolle die Österreicher durch Zuwanderer ersetzen.
V wie Voodoo
Die FPÖ hat die politische Kunst einfacher Antworten zur Voodoo-Politik gesteigert: Wurmmittel statt Corona-Impfung; Spritpreissenkung statt Ukraine-Hilfe; Steuersenkungen bei Ausweitung staatlicher Leistungen; Budgetsanierung durch Migrationsstopp; bessere Kriminalitätsbekämpfung bei gleichzeitiger Ablehnung der Messenger-Überwachung.
W wie Wurmmittel
Herbert Kickl hat eine gute Witterung für politische Themen. Er erkannte früh das Potenzial einer scharfen Politik gegen die Corona-Maßnahmen der Regierung. Einen Fehler beging Kickl, als er das Pferdeentwurmungsmittel Ivermectin gegen eine Covid-Erkrankung empfahl. Der talentierte Spötter wurde plötzlich selbst Opfer von Verhöhnung.
X wie Xenophobie
2016 zog Donald Trump mit dem Slogan „America first“ in seinen ersten US-Wahlkampf. Schon im Herbst 1992 initiierte die FPÖ unter ihrem Bundesparteiobmann Jörg Haider ihr „Österreich zuerst“-Volksbegehren.
Das „Anti-Ausländer-Volksbegehren“, wie es medial genannt wurde, kam auf 417.000 Unterschriften. Die Themen „Migration“ und „Asyl“ sind der fremdenfeindliche Dauerbrenner der freiheitlichen Kampagnen.
Y wie Yuppies
Die prägenden Parteichefs der vergangenen 40 Jahre – Haider, Strache, Kickl – positionierten die FPÖ als Partei des „kleinen Mannes“. Unter Haider wurde die FPÖ allerdings auch für junge, besser gebildete und verdienende junge Männer attraktiv, die meist unpolitisch waren und an Haider das vermeintlich „Neue“ schätzten. Selbst in der FPÖ machte man sich über die „Yuppies“ („Young Urban Professionals“) in teurem Outfit lustig. Der anscheinend Begabteste von ihnen war Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser.
Z wie Zerstörungswut
Die FPÖ-Gründerväter gelobten 1956, Österreich zu erneuern. Ihre Nachfahren lieben es destruktiv. Die blaue Zerstörungswut richtet sich gegen das „System“; die EU; den ORF; die Medien; im Grunde gegen den Bestand der Zweiten Republik. Allerdings zeigt die Parteigeschichte, dass die destruktive Energie auch nach innen wirkt. Die alte Dame FPÖ wird regelmäßig Opfer ihres Selbstzerstörungstriebs – siehe „B“, „I“, „L“ und „Q“.
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Stand:
Gernot Bauer
ist seit 1998 Innenpolitik-Redakteur im profil und seit 2025 Leiter des Innenpolitik-Ressorts. Co-Autor der ersten unautorisierten Biografie von FPÖ-Obmann Herbert Kickl.
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