Herbert Kickl hält eine Rede im Parlament
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FPÖ-Klub: Rechtsextreme Mitarbeiter, tote Templer und Schweinefleisch-Ultras

Im FPÖ-Nationalratsklub basteln gewaltbereite Energetiker, Corona-Schwurbler und Schweinefleisch-Ultras mit Rechtsextremen, Okkultismus und KI an Kickls Dritter Republik.

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Herbert Kickl will die Republik umbauen. Das lässt der FPÖ-Chef mittlerweile selbst in Liedern besingen: „Vereint, neutral für Rot-Weiß-Rot, für die dritte Republik“, trällert die John Otti Band und schaffte es damit sogar in die Ö3-Austria-Top-40-Charts. Die ersten Schritte zum Umbau des demokratischen Systems sind den Freiheitlichen bereits gelungen: Die FPÖ stellt den Nationalratspräsidenten, führt wichtige Ausschüsse und kann im Alleingang parlamentarische Untersuchungen einsetzen. Mehr als jeder Vierte der 183 Nationalratsabgeordneten ist blau.

Doch die 57 blauen Sitze in der ersten Kammer der österreichischen Gesetzgebung müssen erst einmal gefüllt werden. Die FPÖ musste daher auch Personal nicht gerade höchster Güte ins Parlament schicken: Corona-Schwurbler stören den Gesundheitsausschuss, ruppige Rechte drohen anderen Abgeordneten Schläge an, und völkische Ideologen führen den Kulturausschuss. Eine FPÖ-Abgeordnete begibt sich auf die Spuren der Bundeslade und spricht in Visionen mit toten Tempelrittern. Eine ehemalige ORF-Moderatorin spielt die Klimakrise herunter, weil Luft nur zu 0,04 Prozent aus CO2 besteht. Und ein Energetiker gibt der Regierung Schuld an „Massenvergewaltigungen“.

„Zehn Jahre Messerstechereien, zehn Jahre Mord, zehn Jahre Vergewaltigung. Ihr seid schuld an Massenvergewaltigungen!“

FPÖ-Nationalratsabgeordneter Christoph Steiner

beschuldigte im Mai 2025 alle anderen Parteien im Hohen Haus

Das ist mehr als Narrenfreiheit auf Kosten der Republik. Abgeordnete anderer Fraktionen fühlen sich bereits an das Ende der Weimarer Republik erinnert: Blaue Abgeordnete würden den Parlamentarismus gezielt ins Lächerliche ziehen und das Hohe Haus lediglich als Bühne für ihre Propaganda missbrauchen.

Vor allem aber bereiten sie den Boden für ihren Parteichef auf. Freiheitliche Hinterbänkler verbreiten vom Rednerpult aus Verschwörungstheorien, spielen rechtsextreme Straftaten herunter und mobilisieren gegen Minderheiten. Sie schaffen mit parlamentarischen Anfragen ausländerfeindlichen Content für das blaue Medienuniversum, beschäftigen Rechtsextremisten als Mitarbeiter, verstecken sich hinter ihrer parlamentarischen Immunität und vermischen Destruktivität mit Obskurität.

Wer sind die Agitatoren im Kickl-Klub? Welche blauen Abgeordneten fürchten um ihre eigene Meinungsfreiheit, wollen aber unangenehme Bücher verbieten? Und wie sabotieren die hinteren Reihen der FPÖ die Grundpfeiler der österreichischen Demokratie?

profil beleuchtet acht Freiheitliche, die Kickls „Volkskanzlerschaft“ und dessen Dritte Republik im Nationalrat stützen sollen.

Ricarda Berger: Für Babys mit drei Beinen

Ricarda Berger, FPÖ, bei der 30. Sitzung des Nationalrates in der 28. Gesetzgebungsperiode
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• Mitglied der FPÖ-Bundesparteileitung seit 2015

• mit KI gegen Abtreibungen

• Schweinefleisch-Schützerin

Max Miller

Max Miller

ist seit Mai 2023 Innenpolitik-Redakteur bei profil. Schaut aufs große Ganze, kritzelt gerne und mag Grafiken. War zuvor bei der „Kleinen Zeitung“.