Manfred Haimbuchner, Spitzenkandidat der FPÖ Oberösterreich.

Manfred Haimbuchner, Spitzenkandidat der FPÖ Oberösterreich.

© APA/TEAM FOTOKERSCHI

Österreich
09/26/2021

FPÖ in Oberösterreich: Das Ende von Ibiza

Auf den ersten Blick ein Debakel. Auf den nächsten Blick markiert ein zweiter Platz in Oberösterreich das Ende der Ibiza-Ära für die FPÖ.

von Clemens Neuhold

Ein Drittel der Wählerstimmen weg. Unter normalen Umständen ein Debakel. Im Nachgang der Ibiza-Affäre mehr als ein Achtungserfolg der Landes-FPÖ unter ihrem Obmann und Vize-Landeshauptmann Manfred Haimbuchner. Bei der Wien-Wahl im Jahr nach der Ibiza-Affäre stürzte die FPÖ in Wien noch von 30 auf sieben Prozent ab. Nun verteidigte sie in Oberösterreich – nach vorläufigem Stand - den zweiten Platz vor der SPÖ im führenden Industriebundesland mit seiner starken Arbeiterschaft.

Ohne das Antreten der Impfgegner-Partei MFG wäre der Abstand noch deutlicher und das Ergebnis klar über 20 Prozent zu liegen gekommen. Die sieben Prozent für die neue Single-Issue-Partei war ein blauer Aderlass. Denn die FPÖ  - siehe den Antikörpernichtnachweis von FPÖ-Bundesparteiobmann Herbert Kickl im Wahlkampffinale – versuchte alles, um die wahre Partei der Corona-Kritiker zu sein. Auf der anderen Seite buhlte ÖVP-Landeshauptmann Thomas Stelzer mit dem Landeshauptmann-Bonus ausgestattet um die moderaten, blauen Stimmen, denen die Kickl-Schwurbel-Show zu steil ist. Eine Doppelmühle, die Haimbuchner überstand, ohne zerrieben zu werden. Das Standing, das er sich als Sacharbeiter und Vize-Landeshauptmann aufbaute, war stabil genug.

Das Ende von Zack-Zack-Zack

Schon nach der Implosion der ÖVP-FPÖ-Koalition im Bund 2019 hielt Haimbuchner die Freiheitlichen in Oberösterreich im Spiel, als wäre nichts gewesen. Sein Image, moderater als Kickl zu sein, ist nur zum Teil gerechtfertigt. Die extrem rechten und bei Corona aufwieglerischen Medien in Oberösterreich, die er und seine Landesräte mit Inseraten pflegen, sprechen dagegen. Stelzer aber sah drüber hinweg. Er kann gut mit Haimbuchner.

Geht die schwarz-blaue Koalition im Bundesland für weitere sechs Jahre in die 2. Runde, wäre die Ibiza-Ära in der Partei wohl tatsächlich zu Ende. Auch im Doppelspiel von Herbert Kickl und Haimbuchner wird die FPÖ ihrer Haudrauf-Politik treu bleiben. Von Zack-Zack-Strache und Bumm-Bumm-Gudenus wäre eine FPÖ, die im wichtigen Bundesland ob der Enns ein zweites Mal stabil mitregiert, aber schon sehr weit weg.

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