© APA - Austria Presse Agentur

Österreich
11/03/2020

Terrorist von Wien: Radikalisiert in Ottakring

Weitere Details über die Moschee des Attentäters und zwei Freunde in Haft.

von Clemens Neuhold

Am Montag trafen sich drei Freunde in Wien. Am selben Abend wurde einer von ihnen zum Terroristen von Wien: K. F. Die beiden anderen, B. K. und I. B., sitzen nun in Haft – wie 12 weitere Personen aus dem Umfeld des Attentäters. Am Terror-Anschlag seien die beiden jungen, türkischstämmigen Männer nicht beteiligt gewesen, sagt ihr Rechtsanwalt, Rudolf Mayer. „Sie haben F. am Tag der Tat ein Buch vorbeigebracht.“ Als sie ihren Freund am Abend auf Bildern erkannten, die vom Täter kursierten, habe die Mutter von B. K. einen Imam der Islamischen Glaubensgemeinschaft (IGGIÖ) kontaktiert. Der hätte den beiden Männern geraten, sich umgehend der Polizei zu stellen.

K. F. (20) besuchte die HTL in Wien Ottakring, B. K. brach seine HTL-Laufbahn ab, ging Hilfsjobs nach, wurde arbeitslos. Die beiden sollen sich in der Melit-Ibrahim-Moschee in Wien Ottakring radikalisiert haben. Das Gebetshaus sei von radikal-islamistischen Personen frequentierten worden, die demokratische Institutionen der „Kuffar“ ablehnen, schildert Mayer. Das bezieht sich auf die Anklageschrift für einen Prozess, der den beiden im Frühjahr 2019 gemacht wurde. Die beiden hatten Gefallen an der Ideologie des Islamischen Staates (IS) gefunden, über soziale Medien wie Telegram Kontakte zu IS-Kämpfern in Syrien und dem Irak geknüpft und schließlich versucht, sich der Terrororganisation anzuschließen. Dafür wurden B. K. und K. F. zu 22 Monaten Haft verurteilt. B. K. leistete damals den Treueschwur auf IS-Terrorchefs Al-Baghdadi, geht aus Beweismitteln hervor. Mayer und die Anklage sahen dennoch K. F. als treibende Kraft hinter den mehrfach gescheiterten Ausreiseplänen, erst nach Afghanistan und dann nach Syrien. Im September 2018 wurden sie verhaftet. Im Dezember 2019 kamen beide nach zwei Drittel der verbüßten Haft frei.

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