Kinder kühlen sich ein Wasserfontänen in einer Fußgängerzone in Wien

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Österreich
07/12/2022

Tipps für Hundstage – wenn die Hitze den Körper belastet

Die profil-Redaktion hat zehn Tipps von Experten gesammelt, wie Sie sich vor der Hitze in der Stadt schützen können.

von Franziska Dzugan, Christina Hiptmayr, Christa Zöchling, Katharina Zwins

"35 Grad und blauer Himmel ist eigentlich Schlechtwetter“, sagt Umweltmediziner Hans-Petter Hutter von der MedUni Wien. Denn: Schweißtreibende Temperaturen können zu massiven Gesundheitsproblemen führen. Wenn der Körper mehr Wärme aufnimmt, als er wieder abgeben kann, kann das im schlimmsten Fall zu einem lebensbedrohlichen Hitzeschlag führen. Während an anderen, notorisch heißen Orten der Welt die Menschen schon lang gelernt haben, mit sengender Hitze umzugehen, ihren Tagesrhythmus daran anpassen (Stichwort: Siesta), fehlt das Bewusstsein dafür in Österreich. „Bei hohen Temperaturen müssen wir es ruhiger angehen – wie bei Regen oder Glatteis. Da sind wir doch auch vorsichtiger“, mahnt Hutter. Das Gesundheitsministerium hat diesen Sommer erneut ein Hitzetelefon eingerichtet, das seit Mitte Juni bereits über 300 Anrufe verzeichnet hat. profil hat zehn Tipps von Experten gesammelt:

1. Nur in der Früh, am Abend oder in der Nacht lüften: Fenster sollten tagsüber nicht geöffnet werden. Auch wenn es etwas stickig wird.

2. Innenräume untertags abdunkeln, am besten mit einem außenliegenden Sonnenschutz. Sonst behilft man sich mit dunklen Decken am inneren Fensterrahmen. Feuchte aufgehängte Tücher kühlen den Raum.

3. Das Tragen leichter, heller und luftdurchlässiger Kleidung schützt den Körper vor übermäßiger Erwärmung. Keinesfalls schwarze Stoffe.

4. Um den Körper möglichst kühl zu halten, Kopf und Nacken mit feuchten Tüchern bedecken, Unterarme in kaltes Wasser halten, lauwarm duschen, in eine kalte Badewanne legen.

5. Viel trinken: Das Gesundheitsministerium rät zu 1,5 bis drei Liter täglich; Wasser, verdünnte Säfte, ungesüßter Tee.

6. Bei hohen Temperaturen keinen Alkohol trinken, sagen alle Experten.

7. Speisen mit hohem Wassergehalt, Obst, Gemüse, essen. Keine großen, sondern mehrere kleine Mahlzeiten.

8. Aufenthalt im Freien vermeiden, vor allem in der Mittagszeit. Wenn das nicht möglich ist, direkte Sonneneinstrahlung auf ein Minimum reduzieren. In Parks und Wäldern liegen die Temperaturen um einige Grad tiefer.

9. Hutters Rat, es ruhiger anzugehen, ernst nehmen. Unnötige Anstrengungen vermeiden. Denn: Je höher Temperatur und absolute Luftfeuchtigkeit, desto geringer die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit.

10. Sich auch um Nachbarn kümmern: Ältere Menschen, Kranke, Säuglinge und Kleinkinder tun sich schwer mit der Hitze. Ein nachbarliches Netzwerk kann betagten Alleinlebenden helfen.