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Warum 190 Österreicher im Ausland im Gefängnis sitzen

Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl der Österreicherinnen und Österreicher, die sich im Ausland in Arrest befinden. 60 Prozent der Fälle haben das gleiche Delikt begangen.

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1,3 Millionen Euro hatte ein Österreicher in Nigeria nicht deklariert. Der Vorarlberger wurde deshalb von der nigerianischen Staatsanwaltschaft Ende Dezember 2025 festgenommen. Vorgeworfen wird ihm nun Geldwäsche – wegen der unterlassenen Meldung. Aktuell befindet er sich in Lagos in Haft. 

So wie ihm geht es aktuell 190 Österreicherinnen und Österreichern, die sich im Ausland in Haft befinden. 

Insgesamt befanden sich Stand Jänner 2026 190 Österreicher und Österreicherinnen in 41 Ländern in Haft. Der Großteil davon in Europa, so das Außenministerium. Zum Vergleich: Im Vorjahr waren es 160 Personen. 

Die Delikte umfassen Verstöße gegen die öffentliche Sicherheit, gegen Leib und Leben, Drogendelikte, Vermögensdelikte, Delikte der Schlepperei und Menschenhandel sowie Sexualdelikte. 60 Prozent der Haftfälle, also 114 Personen, sind wegen Delikten im Zusammenhang mit Drogen inhaftiert.

Die österreichischen Vertretungen leisten bei Verhaftungen österreichischer Staatsbürger und - bürgerinnen im Ausland konsularische Unterstützung, in Form von Haftbesuchen, setzen sich bei Bedarf für Verbesserungen der Haftbedingungen ein, helfen bei Übersetzungen oder der Suche nach rechtlicher Vertretung – falls gewünscht. Das Außenministerium kann aber nicht selbst tätig werden und begleicht auch nicht die Honorare für die Kosten der rechtlichen Vertretung. Aber: Zusammen mit dem Justizministerium kann das Außenministerium behilflich sein, österreichische Häftlinge in den österreichischen Strafvollzug zu überstellen.

Blinde Flecken?

Prinzipiell müssen die österreichischen Behörden über Festnahmen, Anhaltungen oder Haft im Ausland informiert werden. Das ist in der Wiener Konsularkonvention so festgelegt. Vorausgesetzt, die Betroffenen sind damit einverstanden. Deshalb wird das Außenministerium nicht über jede Festnahme informiert. 

Anders steht es um Personen, die entführt wurden. Im Vorjahr wurde Eva G. im Niger entführt. Diese Fälle fallen nicht in die Statistik, aktuell werde an ihrer Befreiung gearbeitet, heißt es aus dem Außenministerium. 

Franziska Schwarz

Franziska Schwarz

ist seit Dezember 2024 im Digitalteam. Davor arbeitete sie als Redakteurin bei PULS 24, und als freie Gestalterin bei Ö1. Sie schreibt über Politik, Wirtschaft und Umwelt.