Eine Luftaufnahme des norwegischen Dorfs Ulefoss. Man sieht grüne Felder und Wälder, links im Bild kann man den See und entfernte Hügel entdecken.
Bild anzeigen
Wählen Sie profil als bevorzugte Google-Quelle

Abbau Seltener Erden: Eine österreichische Lösung für ein geopolitisches Problem

Europa will sich von Chinas Seltenen Erden unabhängig machen. Dabei soll eine österreichische Abbaumethode helfen – die streng geheim unter der Erde getestet wird.

Drucken

Schriftgröße

Viele Hundert Meter tief unter der Erde rumort es. Im Finstern bohren lärmend die Maschinen ins Geröll hinein. Irgendwo im Süden Österreichs liegt ein Stollen verborgen. Seine genaue Lage: geheim. Der Betreiber: ebenfalls. Doch was hier in den unterirdischen Gängen getestet wird, könnte die Weichen für die zukünftige Versorgung Europas mit Seltenen Erden stellen.

„Raise Mining“ heißt Europas Antwort auf die drängende geopolitische Frage: Wie können wir uns von Chinas Marktmonopol auf Seltene Erden unabhängiger machen? Raise Mining – eine Art Aufwärtsabbau – ist ein kostengünstiges Abbauverfahren, das von der Montanuniversität Leoben in ebenjenem verborgenen Stollen für ein EU-Forschungs-Projekt mitentwickelt wurde. Das Verfahren soll nun in Norwegen, in der potenziell größten Seltenerd-Lagerstätte Europas, zur Anwendung kommen.

Die Seltenen-Erden-Elemente zählen heute zu den wichtigsten Industrierohstoffen. Aus ihnen werden potente Permanentmagnete hergestellt, die viele moderne elektrische Geräte wie Handys oder E-Autos antreiben. In hoher Konzentration ist die Ressource kaum zu finden. Der überwiegende Teil der Seltenerd-Vorkommen und der verarbeitenden Industrie liegt in China – und damit auch die Kontrolle über den Weltmarkt.

Hannah Müller

Hannah Müller

ist seit September 2025 bei profil.