Eine Frau läuft, ein Mann trinkt Bier und raucht, ein Mann isst ein Sandwich
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Ernährung, Rauchen, Alkohol: Warum Österreich überall Schlusslicht ist

Im Vergleich mit 17 europäischen Staaten landet Österreich in fast allen Kategorien zum Lebensstil auf dem letzten Platz. Was läuft da schief?

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Eva Winzer muss mehrmals ihren Ärger hinunterschlucken, wenn sie ihre Tochter zum Kindergarten begleitet. Fünf Plakate zählt die Wiener Ernährungswissenschafterin, bis sie ein paar Straßen weiter die Pforte erreichen. Darauf zu sehen sind riesige Burger, Schokoriegel mit dem Versprechen, besonders viel Milch zu enthalten, goldgelbe Chips und überzuckerte Getränke in knalligen Farben. Besonders ärgert sich Winzer über die Kombiangebote einer Supermarktkette, die an einer Bushaltestelle prangen. Das erste Schnäppchen bietet Cola plus Chips plus Energydrink plus Schokolade an; das zweite, als vermeintlich „gesunde“ Alternative, Eistee plus Fruchtjoghurt plus Energydrink plus Kekse. „Es ist absurd, in welcher Umgebung wir uns bewegen müssen“, sagt Eva Winzer, die am Zentrum für Public Health der Medizinischen Universität Wien forscht.

Null Punkte

Dieses erschreckende Ergebnis erzielte Österreich in der Kategorie „Ernährungspolitik“ in einer eben erschienenen Studie, die 18 europäische und skandinavische Länder vergleicht. Sie stützt sich auf den sogenannten Public Health Index (PHI), der die politische Umsetzung wissenschaftlich empfohlener Maßnahmen für gesunde Lebensweisen misst. Forschende des Deutschen Krebsforschungszentrum und der deutschen Krankenkasse AOK untersuchten neben Ernährungspolitik auch die Alkohol-, Tabak- und die Bewegungspolitik in den jeweiligen Ländern.

Fazit: Österreich befindet sich in allen vier Kategorien entweder unter den Schlusslichtern oder im unteren Mittelfeld. Gleichzeitig hat es nach Deutschland das zweitteuerste Gesundheitssystem der EU. Was läuft da schief? Was machen die Top-Länder besser? Und was sagt das Gesundheitsministerium zu dem katastrophalen Abschneiden?

Karte Mitteleuropa und Skandinavien, eingefärbt nach Ranking. Österreich zählt zu den Schlusslichtern
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Franziska Dzugan

Franziska Dzugan

schreibt für das Wissenschaftsressort, ihre Schwerpunkte sind Klima, Medizin, Biodiversität, Bodenversiegelung und Crime.