Die Philosophin und Politologin Lea Ypi
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Lea Ypi: „Trump hat einen gefährlichen Präzedenzfall geschaffen“

Die Politologin über Trumps neue Weltordnung, seine rechten Freunde in Europa und warum sie trotz ihrer Familiengeschichte immer noch an den Sozialismus glaubt.

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Es ist bereits dunkel, als Lea Ypi am Fuße der Pyramide von Tirana eintrifft. Die weißen Stufen, die nach oben führen, sind beleuchtet. Vereinzelt sieht man Menschengruppen hoch zur Spitze steigen. Ypi ist leicht außer Atem. Sie ist auf Besuch in ihrer Heimat Albanien. Dieser Tage eilt sie von einem Termin zum nächsten. Heute Abend noch schnell einen Verwandten treffen, morgen dann den ganzen Tag Interviews über ihr neues Buch. 

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Aufrecht: Überleben im Zeitalter der Extreme

In ihrem neuen Buch erzählt Lea Ypi von den Wirren und Wendungen des 20. Jahrhunderts, in dem sie dem Leben ihrer albanischen Großmutter auf den Grund geht. Bei Suhrkamp erschienen. 

Anfang Januar sitzt sie in einer Buchhandlung, die am Fuße der Pyramide liegt. Der obskure Bau  wurde einst zu Ehren des sozialistischen Diktators Enver Hoxha gebaut, der Albanien fast ein halbes Jahrhundert mit eiserner Faust regierte. Heute ist die Pyramide ein Touristenmagnet. Es ist kein schlechter Ort, um die Politologin und Philosophin für ein Interview zu treffen. 

Der Bau erzählt auch eine Geschichte über ihre eigene Kindheit in der Diktatur, über die Ypi den Bestseller-Roman „Frei. Erwachsenwerden am Ende der Geschichte“ geschrieben hat. Andererseits zeigt die Pyramide, wie sich ein stalinistischer Staat in kürzester Zeit zum Gegenteil wandeln kann: Ein pro-westliches Land, getrieben vom Turbokapitalismus, das der EU beitreten will.

Wobei: Was ist der Westen heute überhaupt noch? Donald Trump hat die Welt, wie wir sie kannten, völlig auf den Kopf gestellt. 

Lea Ypi
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Zur Person Lea Ypi

Die Philosophin und Politologin wurde 1979 in Tirana geboren. Sie ist   Professorin für Politische Theorie an der London School of Economics. 2022 erschien ihr autobiografisches Sachbuch  „Frei – Erwachsenwerden am Ende der Geschichte“ (Suhrkamp, 2022). Es wurde mittlerweile in über 35 Sprachen übersetzt

Franziska Tschinderle

Franziska Tschinderle

schreibt seit 2021 im Außenpolitik-Ressort. Studium Zeitgeschichte und Journalismus in Wien. Schwerpunkt Südosteuropa / Balkan.