Wladimir Putin
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2025 bekamen wir schwarz auf weiß, was viele ahnten: Wladimir Putin führt auch über Wien einen Schattenkrieg gegen den Westen. Chats einer enttarnten Spionagezelle zeigen, wie tief Russlands Geheimdienst in unseren Sicherheitsapparat reicht.

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Seit einem Jahr gehe ich nur mehr mit einem Taschenalarm aus dem Haus. Das hat mir die Polizei dringend empfohlen, nachdem sie meine Wohnung sicherheitstechnisch überprüft hatte. Hinter mir waren (oder sind) russische Spione her. Sie haben mich an meinen Arbeitsplatz und bis vor meine Wohnung verfolgt, mir monatelang aufgelauert, weil ich ihnen mit meiner Arbeit zu nahe gekommen bin. 

Ich schreibe seit Jahren über Geheimdienste – mit Fokus auf Russland. Dass Wladimir Putin einen Krieg gegen den Westen führt, zeichnete sich spätestens mit der Annexion der Krim 2014 ab. Putins Kampf hierzulande ist dagegen schleichend, leise. Spaltung durch Unterwanderung ist die liebste Waffe des Ex-KGB Mannes, der heute im Kreml sitzt.

Als überzeugte Demokratin finde ich, dass man sich dagegen wehren muss. Scheinwerfer durch Öffentlichkeit sind das beste Mittel, wenn es darum geht, dunkle Machenschaften aufzudecken. Aber auch die Schattenwelt weiß sich zu wehren – und macht das meistens nicht mit Anwaltsbriefen bezüglich Medienrecht. 

Ich habe allerdings nicht damit gerechnet, dass ich in eine derartige Gefahr geraten werde, nur weil ich meinen Job mache. Das geht vielen österreichischen Ermittlern, die an Fällen von Russlandspionage gearbeitet haben, wohl ähnlich. Auch sie und ihre Familien wurden Ziel jener Agentenzelle, hinter der sie her waren: Es gab Verleumdungskampagnen. Einbrüche in Wohnungen. Observationen. Mordpläne. Und ab einem gewissen Punkt war und ist nicht mehr klar, wer hier eigentlich wen jagt.

Anna Thalhammer

Anna Thalhammer

ist seit März 2023 Chefredakteurin des profil und seit 2025 auch Herausgeberin des Magazins. Davor war sie Chefreporterin bei der Tageszeitung „Die Presse“.