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#2020
12/20/2020

Best of Literatur 2020

Es war nicht alles schlecht: Die sehr subjektiven 2020er–Highlights der profil–Redaktion. (Im Bild: Monika Helfer)

von Wolfgang Paterno

Jean – Henri Fabre: Erinnerungen eines Insektenforschers.

Aus dem Französischen von Friedrich Koch und Ulrich Kunzmann. Matthes und Seitz

Jean–Henri Fabre (1823 – 1915) bestand darauf, dass man, um die Welt zu entdecken, weder Weltmeere überqueren noch den Globus umrunden müsse. Es ist nicht übertrieben zu behaupten, dass Fabre–Lesen beglückt.

Monika Helfer: Die Bagage.

Hanser

„Die Bagage“ ist ein Buch der vielen Lebensläufe, das vom Leben selbst erzählt. Es ist die Wucht von Helfers lakonischem Schreiben, die einen in den Bann zieht, die Mischung aus Bericht, Reflexion, Innehalten.

Salmen Gradowski: Die Zertrennung.

Aufzeichnungen eines Mitglieds des Sonderkommandos. Aus dem Jiddischen von Almut Seiffert und Miriam Trinh. Suhrkamp

Das Buch „Die Zertrennung“ mit Salmen Gradowskis einst in der Erde des Vernichtungslagers versteckten Schriftkonvoluten ist ein rares Zeugnis, eine Flaschenpost an die Welt nach Auschwitz.

Jens Malte Fischer: Karl Kraus. Der Widersprecher

Zsolnay

Die mehr als 1000 Seiten der schlicht „Karl Kraus“ genannten Biografie des Münchner Kulturwissenschafters Jens Malte Fischer sind eine einzige lange Einladung, Karl Kraus zu lesen.

Don DeLillo: Die Stille.

Aus dem Englischen von Frank Heibert. Kiepenheuer & Witsch

Don DeLillo spielt in „Die Stille“ den Weltuntergang durch. Schade für die Welt, gut für die Literatur. Die Welt geht unter, und DeLillo, 84, platziert auf den rauchenden Trümmern feixend sein Alterswerk.

Melitta Breznik: Mutter.

Luchterhand

In „Mutter.“ berichtet die Autorin und Ärztin Melitta Breznik eindringlich von einem schleppenden Dahinschwinden, das über den dargestellten Einzelfall hinausreicht: Eltern werden alt und sterben; die meisten Menschen sind irgendwann damit konfrontiert.

Benjamin Moser: Sontag. Die Biografie.

Deutsch von Hainer Kober. Penguin

Die Biografie „Sontag“ des amerikanischen Journalisten Benjamin Moser ist ein Monumentalziegel, in dem man sich wie in einem detailversessenen Roman über eine grandios widersprüchliche Heldin festliest.

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