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Oscars 2021: Das sind die Gewinner der Academy Awards

Die 93. Academy-Awards-Gala zelebrierte große Werke im kleinen Kreis. Die wichtigsten Auszeichnungen.

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Bester Film, beste Regie, beste Hauptdarstellerin - die Gewinnerin des Abends war die chinesisch-amerikanische Filmemacherin Chloé Zhao mit dem Road-Movie „Nomadland“.

Beste Hauptdarstellerin

Es ist eine Erzählung moderner Nomaden, die nach Verlust ihrer Häuser in Wohnmobilen auf der Suche nach Gelegenheitsarbeiten durch Amerika ziehen. Sie zeigt die Kehrseite des Amerikanischen Traums. Die Schauspielerin Frances McDormand, die als Hauptdarstellerin in „Nomadland“ ihren dritten Academy Award erhielt, verliert ihr Zuhause, packt ihre Habseligkeiten in ein Auto und zieht als Nomadin und Hilfsarbeiterin durch die USA. Dabei trifft sie andere Menschen, die ebenfalls in ihren Autos leben und die im Film von realen Nomaden gespielt werden.

China reagierte mit Zensur und Zurückhaltung auf den historischen Erfolg der in Peking geborenen Filmemacherin Chloé Zhao. Wichtige Staatsmedien, darunter die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua und der Staatssender CCTV, berichteten am Montag zunächst überhaupt nicht über die Verleihung des Preises an die US-Amerikanerin, die ihre Kindheit in China verbracht hatte. In sozialen Netzwerken wurden Beiträge zum Thema teilweise gelöscht.

Bester Hauptdarsteller

Die Auszeichnung für den bester Hauptdarsteller ging an den 83-jährigen Briten Anthony Hopkins für seine nuancierte Darstellung eines Demenzkranken in "The Father".

Hopkins war bei der Oscar-Verleihung in der Union Station in Los Angeles nicht anwesend.

Bester Nebendarsteller 

Als besten Nebendarsteller würdigte man Daniel Kaluuya, der in „Judas and the Black Messiah“ den Black-Panther-Anführer Fred Hampton gab.

Breites Feld für Diversity

Die Kritik aus den Vorjahren rund um die geringe Zahl an Nominierungen für people of color, also für nicht-weiße Menschen wurde 2021 umgesetzt: Neun der 20 Nominierungen in den vier Schauspielkategorien entfielen auf people of colour, also auf nicht-weiße Menschen.

Wie ihr wisst, komme ich aus Korea. Und eigentlich ist mein Name Yuh Jung Youn, und die meisten von euch nennen mich Yuh Youn und einige nennen mich Yuh Jung. Aber heute Abend sei euch allen vergeben.

Yuh-Jung Youn

Kinematographie

Die als Favorit gehandelte Netflix-Produktion „Mank“, ein Tribut an den Drehbuchautor des Welles-Klassikers „Citizen Kane“, konnte trotz stolzer zehn Nominierungen nur in den Bereichen Kamera und Produktionsdesign punkten.

Bester Dokumentarfilm

Ein Filmemacher schließt eine ungewöhnliche Freundschaft mit einem Oktopus, der in einem südafrikanischen Seetangwald lebt und die Geheimnisse seiner Welt verrät.

Netflix-Produktionen haben bei den 93. Academy Awards sieben Oscars gewonnen - allerdings nicht in den Hauptkategorien.

Bestes Originaldrehbuch

Promising Young Woman ist ein Thriller von Emerald Fennell, in dem das Leben einer jungen Medizinstudentin nach dem Selbstmord ihrer besten Freundin aus dem Gleichgewicht gebracht wird. Sie bricht ihr Studium ab, sucht sich einen Job in einem Café und zieht wieder bei ihren Eltern ein. Nachts geht sie aus und tut so, als sei sie betrunken. Wenn sie dann an Männer gerät, die die scheinbar hilflose Frau sexuell ausnutzen wollen, erteilt sie ihnen eine Lehre.

 

Die einzige Rede, die ich je geschrieben habe, war, als ich 10 war, und ich musste schauen, ob irgendetwas Nützliches dabei herauskommt. Leider habe ich mich hauptsächlich bei Zack Morris von Saved by the Bell bedankt. Er war mein sehr unterstützender Ehemann. Leider ist er nicht so sehr Teil meines Lebens gewesen, wie ich gehofft hatte, und deshalb ist diese Rede nicht so nützlich.

Emerald Fennell

Bester internationaler Spielfilm

Another Round ist eine ernüchternde Komödie über das Altern, Alkoholismus und Männerfreundschaft.

Das übersteigt alles, was ich mir jemals vorstellen konnte, außer dass ich mir das schon immer vorgestellt habe. Seit ich fünf war, habe ich Reden auf Bahnhöfen, in der Schule, auf der Toilette vorbereitet. Und hier bin ich, es ist real, es ist erstaunlich."

Thomas Vinterberg in seiner Dankesrede zum Besten Internationalen Spielfilm für Another Round

Global

Der Oscar-Abend nicht nur an einem Ort über die Bühne. Im traditionellen Dolby Theatre von Hollywood waren alle Showelemente zu sehen, während im Hof des 13 Kilometer entfernten Bahnhofsgebäudes Union Station in LA City die Mehrzahl der Nominierten saß. Für Nominierte aus Europa, die coronabedingt eine Anreise in die USA scheuten, diente London als dritter Standort.

Mehr dazu auf der offiziellen Webseite der Academy Awards.