Dienstagabend Ortszeit startet dasTV-Duell Biden gegen Trump

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#USA2020
10/23/2020

US-Präsidentschaftswahl 2020: Live-Ticker, Analysen, Umfragen

Am 3. November finden die Präsidentschaftswahlen in den USA statt. Wird Donald Trump wiedergewählt, oder holt Joe Biden den Sieg für die Demokraten? Der profil-Überblick zur US-Wahl 2020.

23.10.2020: Trump und Biden lieferten gesittete letzte TV-Debatte

Zwölf Tage vor der US-Präsidentenwahl haben sich Amtsinhaber Donald Trump und sein Herausforderer Joe Biden das erwartete harte letzte TV-Duell geliefert. Während Biden am Donnerstagabend (Ortszeit) in Nashville vernichtende Kritik an Trumps Coronapolitik übte, versuchte der Präsident seinen Kontrahenten als korrupt darzustellen. Die Diskussion verlief gesitteter als das erste Debatte Ende September, die aufgrund ständiger Sticheleien Trumps ins Chaos abgeglitten war.

Nach vernichtender Kritik am chaotischen Rededuell, in dem sich Biden mit Kraftausdrücken gegen Trump verteidigt hatte, waren die Regeln für das Fernsehduell geändert worden. Um Unterbrechungen zu unterbinden, wurde nur das Mikrofon jenes Kandidaten eingeschaltet, der gerade am Wort war. Die Regeländerung wirkte offenbar: Die Kandidaten ließen einander ausreden und folgten weitgehend den Fragen der Moderatorin Kristen Welker. Ihre Missbiligung füreinander drückten sie eher mit einem Grinsen oder einem Kopfschütteln aus.

21.10.2020: Umfrage: Biden führt bei katholischen Wählern vor Trump

Unter katholischen Wählern in den USA hält Joe Biden zwei Wochen vor den Präsidentschaftswahlen einen Vorsprung von zwölf Punkten vor Präsident Donald Trump. Laut einer Umfrage im Auftrag des privaten katholischen TV-Senders EWTN ist der Vorsprung von 52 zu 40 Prozent vom September fast gleich geblieben, berichtet die Kathpress am Mittwoch.

Während beide Kandidaten die Unterstützung von 90 beziehungsweise 92 Prozent der parteilich gebundenen Wähler haben, liegt Biden bei den Unabhängigen mit 44 zu 34 Prozent vorn. In den sogenannten Swing States liegen Biden und Trump näher beieinander. Zusammengenommen liegt der Demokrat Biden in Florida, Michigan, North Carolina, Pennsylvania und Wisconsin bei katholischen Wählern demnach im Schnitt vier Prozentpunkte vorn.

Die Kandidaten schenken katholischen Wählern besondere Aufmerksamkeit, weil sie mit einem Fünftel der Wählerschaft die größte einzelne Religionsgruppe in den USA stellen. Traditionell gilt die "katholische Stimme" als guter Indikator für den Wahlausgang, weil die Katholiken in der Vergangenheit fast immer mehrheitlich für den Sieger gestimmt haben. Biden ist praktizierender Katholik. Sollte er die Wahl am 3. November gewinnen, wäre er nach John F. Kennedy erst der zweite katholische Präsident der USA.

20.10.2020: Super Tuesday #44: Was passiert, wenn Trump verliert?

In fast allen Umfragen liegt Donald Trump hinter Joe Biden. Was passiert, wenn Trump verliert? Und welche Auswirkungen werden die weiteren Entwicklungen der Corona-Pandemie auf den Ausgang der Wahl haben? Robert Treichler, Siobhán Geets und Georg Hoffmann-Ostenhof im Super Tuesday-Podcast.

20.10.2020: Trump verspricht im Wahlkampf: Pandemie ist "bald vorbei"

US-Präsident Donald Trump hat seinen Anhängern ein baldiges Ende der Coronavirus-Pandemie in Aussicht gestellt. "Die Pandemie ist bald vorbei", sagte Trump bei einem Wahlkampfauftritt im südwestlichen Bundesstaat Arizona. Die Menschen hätten es satt, dass Medien wie der liberale Sender CNN nur noch über die Pandemie sprächen, sagte Trump unter dem Jubel seiner konservativen Anhänger. "Die Leute haben die Pandemie satt. Wissen Sie das? Sie haben die Pandemie satt", sagte er.

19.10.2020: Trump will das Blatt mit immer schärferen Attacken auf Biden wenden

Gut zwei Wochen vor der Präsidentenwahl in den USA hat der Amtsinhaber Donald Trump die Angriffe auf seinen Herausforderer Joe Biden und dessen Familie verschärft. "Joe Biden ist und war immer ein korrupter Politiker", sagte Trump am Samstagabend in Janesville im Bundesstaat Wisconsin. "Die Biden-Familie ist ein kriminelles Unternehmen." Biden selbst hielt sich am Wochenende im Wahlkampf weitgehend im Hintergrund. Später am Sonntag sollte er in North Carolina auftreten.

16.10.2020: Trump und Biden bei konkurrierenden TV-Fragestunden

US-Präsident Donald Trump und sein demokratischer Herausforderer Joe Biden sind zeitgleich bei konkurrierenden TV-Fragestunden mit Wählern aufgetreten. Biden stellte sich in der Nacht auf Freitag Fragen von Wählern in Philadelphia, Trump war in Miami. Eigentlich sollten die Kandidaten in einer gemeinsamen Fernsehdebatte befragt werden.

15.10.2020: Biden und Demokraten sammelten Rekordbetrag von 383 Mio. $

Der demokratische Präsidentschaftskandidat Joe Biden und seine Partei sammelten im September rekordverdächtige 383 Millionen US-Dollar (325,96 Mio. Euro) für seine Bewerbung, was wahrscheinlich seinen finanziellen Vorteil gegenüber Präsident Donald Trump vor den Wahlen am 3. November vergrößerte. Die Kampagne hatte zum Monatsende für die letzten fünf Wochen des Rennens 432 Millionen US-Dollar in bar, sagte Kampagnenmanager Jen O'Malley Dillon auf Twitter.

Damit übertraf die Partei die 365 Millionen Dollar, die die Demokraten im August gesammelt hatten. "An jeden, der im letzten Monat ein paar Dollar beigesteuert hat: Danke", schrieb Biden auf Twitter. "Ich bin überwältigt", fügte er noch hinzu..

Biden hat in Umfragen seit Monaten einen deutlichen Vorsprung vor Trump, obwohl die Umfragen von Reuters / Ipsos ein etwas engeres Rennen in den umkämpften Bundesstaaten zeigen.

Die Trump-Kampagne hat ihre September-Summe noch nicht bekannt gegeben, aber im August zusammen mit dem Republikanischen Nationalkomitee 210 Millionen US-Dollar eingesammelt. Zum 31. August standen den Demokraten 466 Millionen US-Dollar für den Wahlkampf zur Verfügung, verglichen mit 325 Millionen US-Dollar für Republikaner.

Der APA-Live-Ticker zur US-Wahl:

14.10.2020: Wahlkampf um den Supreme Court

Drei Wochen vor der US-Wahl sprechen Martin Staudinger und Robert Treichler im Podcast über Trumps frühzeitige Rückkehr aus dem Krankenhaus und seine Wunschkandidatin für den freien Platz im Supreme Court, die konservative Richterin Amy Coney Barrett.

 

13.10.2020: Trumps Rückkehr auf Wahlkampfbühne - "Fühle mich so stark"

US-Präsident Donald Trump hat sich bei seiner Rückkehr auf die Wahlkampfbühne von seinen Anhängern im US-Staat Florida feiern lassen. "Ich fühle mich so stark", sagte Trump am Montagabend (Ortszeit) während seines rund einstündigen Auftritts in Sanford bei Orlando. Trumps Leibarzt Sean Conley hatte zuvor mitgeteilt, dass mehrere Corona-Schnelltests an "aufeinanderfolgenden Tagen" bei dem 74-Jährigen negativ ausgefallen seien.

10.10.2020: TV-Duell zwischen Trump und Biden am 15. Oktober abgesagt

Das zweite TV-Duell im US-Präsidentschaftswahlkampf zwischen Amtsinhaber Donald Trump und seinem Herausforderer Joe Biden ist abgesagt worden. Die für den 15. Oktober vorgesehene Veranstaltung werde nicht ausgetragen, teilten die Organisatoren am Freitag mit. Sie wollen sich nun ganz auf die Vorbereitung der letzten Debatte konzentrieren, die für den 22. Oktober vorgesehen ist.

Die Organisatoren hatten beschlossen, das zweite Duell zum Schutz vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus virtuell auszutragen, nachdem Trump vor einer Woche mitgeteilt hatte, er sei positiv getestet worden. Die Kandidaten sollten von unterschiedlichen Orten aus zugeschaltet werden, statt wie eigentlich üblich gemeinsam auf einer Bühne zu stehen. Trump lehnte das neue Format ab und erklärte, er werde unter solchen Bedingungen nicht teilnehmen.

9.10.2020: Donald Trump – Sieben Gründe, ihn zu wählen

Wer auch immer letztlich das Rennen um das Weiße Haus gewinnt: Am 3. November werden wieder mehr als 50 Millionen US-Amerikaner für Donald Trump stimmen - und sie wissen auch, warum.

8.10.2020: Duell der Vize-Kandidaten: Harris griff beim Coronavirus an

In der einzigen TV-Debatte der Vize-Kandidaten vor der US-Präsidentenwahl hat Kandidatin Kamala Harris das Coronavirus zu einem zentralen Thema gemacht. "Das amerikanische Volk ist Zeuge des größten Versagens einer Regierung in der Geschichte unseres Landes geworden", sagte Harris in Salt Lake City auf einer Bühne mit Vizepräsident Mike Pence.

"Das amerikanische Volk hat Opfer bringen müssen wegen der Inkompetenz dieser Regierung." Pence konterte mit dem oft auch von Donald Trump vorgebrachten Argument, dass Maßnahmen seiner Regierung hunderttausende Menschenleben gerettet hätten.

Die Debatte verlief viel geordneter als das Duell von Trump und Herausforderer Joe Biden, das eine Woche zuvor im Chaos versunken war. Der Auslöser dafür war vor allem, dass Trump immer wieder Biden ins Wort fiel. Die Vize-Kandidaten unterbrachen einander kaum - auch weil Harris zwei Anläufe von Pence mit einem resoluten "Mr. Vizepräsident, jetzt rede ich" unterband. Dafür überzog Pence immer wieder die ihm zugeteilte Zeit. Er ließ sich auch von der Moderatorin - der Journalistin Susan Page von der Zeitung "USA Today" - nicht stoppen und redete einfach weiter.

Pence fiel auch damit auf, dass er mehrfach einfach die Fragen ignorierte und stattdessen die Botschaften platzierte, die er unterbringen wollte. So redete er bei einer Frage nach der Position zu Abtreibungen zunächst einmal darüber weiter, wie die Trump-Regierung Irans Top-General Qassem Soleimani mit einem Raketenangriff getötet hatte.

Beide Kandidaten wichen der Frage aus, wie ihre Absprachen mit den jeweiligen Präsidentschaftsanwärtern für eine Machtübergabe sind. Es ist ein wichtiger Punkt: Trump ist 74 Jahre alt und an Covid-19 erkrankt, Biden ist 77. Jeder der beiden wäre bei Amtsantritt im Jänner 2021 der älteste Präsident in der US-Geschichte. Moderatorin Page hakte nicht nach.

Genauso wenig beantwortete Harris die von Pence gestellte Frage, ob Biden und die Demokraten im Falle ihres Wahlsiegs und der Rückeroberung der Mehrheit im Senat das Oberste Gericht vergrößern würden. Die Republikaner versuchen gerade, die Juristin Amy Coney Barrett in das höchste US-Gericht zu bringen. Sie würde eine konservative Mehrheit im Gericht zementieren. Pence ging nicht darauf ein, ob Trump und er eine Wahlniederlage akzeptieren würden. "Ich denke, wir werden diese Wahl gewinnen", sagte der Vizepräsident. Trump liegt in landesweiten Umfragen deutlich hinter Biden zurück.

Harris betonte, dass Biden als Präsident die Steuerreform von Trump rückgängig machen würde. Pence erklärte daraufhin, dass dies Steuererhöhungen für die Wähler bedeuten würde. Harris versicherte: "Joe Biden wird für niemanden die Steuern erhöhen, der weniger als 400.000 Dollar im Jahr verdient." Harris sagte auch, dass eine Biden-Regierung "mit Stolz" wieder dem Pariser Klimaschutz-Abkommen beitreten würde.

Pence wich unterdessen der direkten Frage aus, ob er den Klimawandel für eine existenzielle Bedrohung halte. "Das Klima ändert sich, wir werden der Wissenschaft folgen", sagte er. Harris bezeichnete den Klimawandel als "eine existenzielle Bedrohung für uns als Menschen".

Pence griff mehrfach die politische Vergangenheit von Joe Biden als Vizepräsident von Barack Obama und US-Senator an. Unter anderem hielt er ihm vor, dass Jobs an China verlorengegangen seien und dass die Gesundheitsreform von Obama versagt habe.

Harris (55) und Pence (61) bestritten ihr rund 90-minütiges Duell auf etwa 3,7 Metern Distanz zueinander und zusätzlich getrennt von Plexiglasscheiben. Für die wenigen Zuschauer der Debatte vor Ort galt eine Maskenpflicht.

7.10.2020: Rekord-Wahlbeteiligung zeichnet sich ab

Die USA steuern auf eine rekordverdächtige Wahlbeteiligung zu. Vier Wochen vor dem Wahltag am 3. November haben bereits über vier Millionen Amerikaner ihre Stimme per Briefwahl abgegeben. Das sind 50 mal mehr als zum selben Zeitpunkt bei der Präsidentenwahl 2016.

Die Universität Florida erklärt, dass eine mögliche Ursache für die vielen Briefwähler die ausgeweiteten Möglichkeiten, per Post zu wählen, seien. Nach Hochrechnungen könnten sich rund 150 Millionen Amerikaner und damit 65% der Wahlberechtigten an der Wahl beteiligen. Das wäre die größte Beteiligung an einer Präsidentenwahl in den USA seit 1908.

7.10.2020: Coronavirus greift weiter in der US-Regierung um sich

Nach der Corona-Diagnose von Donald Trump greift das Virus in der US-Regierung um sich. Ein weiterer enger Berater des Präsidenten, Stephen Miller, wurde am Dienstag positiv getestet. "Es ist offensichtlich, dass es einen Ausbruch im Weißen Haus gab", räumte Trumps Sprecherin Kayleigh McEnany ein. Ranghohe Generäle, darunter Generalstabschef Mark Milley, arbeiten laut Medien von zuhause aus, weil sie bei einer Besprechung dem Coronavirus ausgesetzt gewesen sein könnten.

+++ In unserem Super Tuesday-Podcast informieren Sie die profil-Redakteure Siobhán Geets, Martin Staudinger und Robert Treichler wöchentlich über die wichtigsten Entwicklungen im US-Wahlkampf. Jetzt reinhören auf allen Podcast-Plattformen! +++

 

 

6.10.2010: Warum Donald Trump bleibt [Podcast]

Martin Staudinger liest seinen Leitartikel: Auch wenn der amtierende US-Präsident die Wahl verlieren sollte – seine Anhänger und ihre Ideen verschwinden deswegen nicht so einfach.

6.10.2020: Virale Verschwörungen

Wie geht es Donald Trump? Der US-Präsident ist an Covid-19 erkrankt, doch sein wahrer Zustand bleibt im Dunklen. Klar ist schon jetzt: Die Diagnose hat eine neue Welle an Verschwörungstheorien losgetreten.

5.10.2020: Trump hat Klinik verlassen - Arzt gibt noch keine Entwarnung

Nach dreitägiger Behandlung wegen seiner Covid-Erkrankung hat US-Präsident Donald Trump das Walter-Reed-Militärkrankenhaus verlassen. Der Hubschrauber mit Trump an Bord hob am Montagabend (Ortszeit) von dem Krankenhausgelände in Bethesda nördlich von Washington ab. Trump hatte am Nachmittag auf Twitter angekündigt, ins Weiße Haus zurückzukehren. "Fühle mich wirklich gut!", schrieb der Präsident. Er ging vom Krankenhaus zur Fahrzeugkolonne, die ihn zum Hubschrauber brachte.

Trumps Leibarzt Sean Conley hatte am Nachmittag bei einer Pressekonferenz vor dem Krankenhaus gesagt, dass er voraussichtlich erst kommende Woche Entwarnung für den Krankheitsverlauf geben könne. "Wenn wir durch das Wochenende bis zum Montag kommen und sein Zustand genauso bleibt oder sich verbessert, dann können wir alle schließlich erleichtert aufatmen", sagte Conley. Es gebe aber nichts, was gegen eine Entlassung sprechen würde. Trump war am Freitagabend per Hubschrauber ins Walter-Reed-Krankenhaus geflogen worden.

In vier Wochen steht in den USA die Präsidentschaftswahl an. Trump kündigte am Montagabend auf Twitter an, dass er seinen wegen der Erkrankung ausgesetzten Wahlkampf bald wieder aufnehmen werde. Ein Sprecher sagte, er wolle am 15. Oktober zur zweiten Fernsehdebatte antreten.

Das Wahljahr wird von der Corona-Pandemie überschattet. Trump, der sich am 3. November seine zweite Amtszeit sichern will, werden wegen der vielen Toten in den USA schwere Versäumnisse im Umgang mit der Pandemie vorgeworfen. In den vergangenen Wochen hielt er Wahlkampfauftritte mit Tausenden Anhängern ab. Trumps Erkrankung richtete auf der Zielgeraden zur Wahl wieder ein Schlaglicht auf die Pandemie.

Trump returns to the White House after COVID hospital treatment

Nun schrieb der Präsident: "Haben Sie keine Angst vor Covid." Man dürfe nicht zulassen, dass das Coronavirus das eigene Leben dominiere. "Unter der Trump-Regierung haben wir einige wirklich großartige Medikamente und Kenntnisse entwickelt. Ich fühle mich besser als vor 20 Jahren!" Trump hat wiederholt Hoffnungen auf eine baldige Verfügbarkeit eines Impfstoffs geschürt.

Seit Beginn der globalen Krise sind in den USA mehr als 7,4 Millionen Ansteckungen nachgewiesen worden, mehr als 210 000 Menschen sind nach einer Infektion gestorben. Die Pandemie ist noch immer nicht unter Kontrolle. Selbst das Weiße Haus hat mit einem Ausbruch zu kämpfen, dessen Ausmaße erst nach und nach klarer werden. Mehrere Personen aus Trumps Umfeld haben sich angesteckt, darunter die First Lady, Trumps Wahlkampfmanager und eine seiner engsten Beraterinnen. Am Montag gab seine Sprecherin Kayleigh McEnany ihre Infektion bekannt.

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) steigt bei Coronavirus-Infektionen das Risiko einer schweren Erkrankung ab 50 bis 60 Jahren stetig mit dem Alter an. Trump ist 74 Jahre alt. Als weitere Risikofaktoren gelten Vorerkrankungen wie etwa Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Übergewicht.

[Podcast] Super Tuesday #41: Katholizismus, Steuerbescheide und Wahlbetrug

Über das Ansehen der Katholiken in den USA und zunehmende Vorwürfe des Wahlbetrugs diskutieren Robert Treichler und Martin Staudinger im Super Tuesday-Podcast.

5.10.2020: 16 Tweets in 30 Minuten

Der mit Corona infizierte US-Präsident Donald Trump hat seine Aktivität auf Twitter wieder hochgefahren. Am frühen Montagmorgen setzte er innerhalb von einer Stunde insgesamt 18 Tweets ab, 16 davon innerhalb einer halben Stunde. Seine Nachrichten waren zum Großteil in Großbuchstaben verfasst und beinhalteten Aufrufe zur Wahl am 3. November und Argumente, die dabei seiner Ansicht nach für ihn sprechen.

Trump schrieb zum Beispiel: "Recht & Ordnung. Wählen!" oder "Stärkstes Militär aller Zeiten. Wählen!" Nach Bekanntwerden seiner Infektion mit dem Coronavirus am Freitag hatte der US-Präsident vergleichsweise wenig getwittert. Er sendete aber täglich eine Videobotschaft über seine wichtigste Kommunikationsplattform.

5.10.2020: Trump verließ für Kurzauftritt vor Anhängern Krankenhaus

Der mit dem neuartigen Coronavirus infizierte US-Präsident Donald Trump hat das Militärkrankenhaus Walter Reed kurzzeitig verlassen, um sich seinen Anhängern vor der Klinik zu zeigen. Aus einem schwarzen Geländewagen heraus winkte Trump am Sonntag (Ortszeit) seinen Fans zu. Zuvor hatte der Präsident die "Patrioten" auf der Straße in einem auf Twitter veröffentlichten Video gegrüßt. Gesundheitsexperten kritisierten Trumps Auftritt scharf.

Er wolle die "großartigen Patrioten" überraschen, "die wir draußen auf der Straße haben", sagte Trump in dem Video. Er habe "viel" über Covid-19 gelernt, sagte der Präsident weiter. Was er durchmache, sei "die wahre Schule" und eine "sehr interessante Sache".

Kurz nach der Veröffentlichung des Videos verließ ein Präsidentenkonvoi das Krankenhaus. Aus einem gepanzerten SUV winkte Trump, der eine Atemschutzmaske trug, jubelnden Anhängern zu, die Flaggen schwenkten und Plakate mit dem Bild Trumps in die Höhe hielten. Wenige Minuten später wurde Trump zurück in die Klinik gebracht.

Mediziner zeigten sich entsetzt über Trumps Auftritt. Das Risiko einer Corona-Transmission in dem Auto sei hoch, sagte der Leiter des Bereichs Katastrophenmedizin an der George-Washington-Universität, James Philipps. Er sprach von einer "verblüffenden Verantwortungslosigkeit".

Das Weiße Haus wies die Kritik zurück. Ein Sprecher sagte, es seien "angemessene" Vorsichtsmaßnahmen getroffen worden, um sowohl Trump als auch seine Mitarbeiter zu schützen.

Mit dem wenige Minuten dauernden Auftritt wollte Trump offenbar auch Gerüchte zerstreuen, wonach sein Gesundheitszustand zwischenzeitlich deutlich schlechter war als vom Weißen Haus dargestellt. Trumps Leibarzt Sean Conley sagte am Sonntag, der Zustand des Präsidenten habe sich "weiter verbessert". Womöglich könne der 74-Jährige bereits an diesem Montag aus dem Krankenhaus entlassen werden.

Zugleich räumte Conley ein, dass Trumps Sauerstoffwerte seit dem Auftreten der Symptome zweimal kurz gefallen seien. Auch sei Trump am Freitag mit zusätzlichem Sauerstoff versorgt worden. "Wie bei jeder Krankheit gibt es Höhen und Tiefen", sagte Conley.

Zuvor hatte es aus Trumps Umfeld widersprüchliche Angaben zum Zustand des Präsidenten gegeben. Conley hatte bei einer Pressekonferenz am Samstag gesagt, Trump gehe es "sehr gut". Stabschef Mark Meadows sagte dagegen kurz darauf, der Zustand des Präsidenten sei "besorgniserregend" gewesen. Trump sei noch nicht auf einem eindeutigen Weg der Erholung.

In einem Interview mit dem Sender Fox News ruderte Meadows dann am Samstagabend zurück. Der Präsident habe seit Freitag früh "unglaubliche Fortschritte" gemacht. Auch sei die Situation nie so gewesen, dass an eine Übertragung der Amtsgeschäfte von Trump auf seinen Vize Mike Pence gedacht worden sei.

Laut Conley erhält Trump das entzündungshemmende Steroid-Medikament Dexamethason, das zur Behandlung schwerer Corona-Fälle verwendet wird. Außerdem erhalte der 74-jährige Präsident weiterhin das Mittel Remdesivir, das die Replikation des neuartigen Coronavirus verhindert. Trump waren auch acht Gramm eines noch nicht zugelassenen Antikörper-Cocktails des US-Pharmakonzerns Regeneron verabreicht worden.

Der Mediziner Vin Gupta von der Washington University sah in der Medikamentenkombination einen Hinweis auf eine vergleichsweise schwere Erkrankung des Präsidenten. Die Mittel würden nicht verabreicht, wenn keine Corona-bedingte Lungenentzündung vorliege, twitterte er. Er forderte, dass Röntgenaufnahmen von Trumps Brustkorb öffentlich gemacht werden müssten.

Unterdessen fiel die Zustimmung für den Präsidenten auf ein neues Tief: Eine Umfrage für das "Wall Street Journal" und den Sender NBC ergab für Trump eine Zustimmung von 39 Prozent, sein Herausforderer bei der Präsidentschaftswahl am 3. November, Joe Biden von den US-Demokraten, kam hingegen auf 53 Prozent.

Gleichzeitig wurde eine steigende Zahl von Infizierten im Umfeld des Präsidenten gemeldet, unter ihnen drei republikanische Senatoren, Trumps Wahlkampfmanager Bill Stepien und sein Wahlkampfberater Chris Christie, Trumps Ex-Beraterin Kellyanne Conway und die Vorsitzende der Republikanischen Partei, Ronna McDaniel.

Trump winkte seinen Fans zu

3.10.2020: US-Wahl: Warum (fast) die Hälfte der Amerikaner wieder Trump wählen wird

Die aktuelle profil-Titelgeschichte: Am Ende der ersten Amtszeit bleibt vieles an Donald Trump rätselhaft, sein Handeln ist oft schierer Unberechenbarkeit geschuldet. Dass er auf einen Crash mit der Demokratie zusteuert, ist hingegen unvermeidlich. Die Erkrankung an Covid-19 verschärft die Situation.

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