Porträt einer Frau
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Nobelpreisträgerin Mohammadi: „Ich kämpfe jeden Tag – auch im Gefängnis“

Die iranische Friedensnobelpreisträgerin Narges Mohammadi wird seit Jahren vom Regime unterdrückt. Nun wurde sie aus gesundheitlichen Gründen vorübergehend aus der Haft entlassen, und profil-Autor Arash* hat sie zu Hause in Teheran besucht. Porträt einer Frau, die nicht aufgibt.

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* Seit Anfang März berichtet Arash, dessen vollen Namen die Redaktion aus Sicherheitsgründen nicht nennt, in der Reihe „Briefe aus Teheran“ über den Alltag in dem noch immer im Krieg befindlichen Land.

In der Wohnung in der Taherian-Straße brennt wieder Licht. Lange war es dort dunkel geblieben, nun kommen wieder Besucher. Am Eingang des Stiegenhauses hängt ein handgeschriebener Zettel: „Auf ausdrückliche Anweisung der behandelnden Ärztin sind Besuche bei Frau Narges Mohammadi nur zwischen 18 und 20 Uhr möglich.“

Hier, in einem Apartment in der iranischen Hauptstadt Teheran, lebte die Journalistin, Autorin und Menschenrechtsaktivistin bis 2009 gemeinsam mit ihrem Ehemann und ihren Kindern. Nach den Protesten gegen die mutmaßlich manipulierte Präsidentschaftswahl vom Juni 2009 und dem Beginn der regimekritischen „Grünen Bewegung“ änderte sich ihr Leben grundlegend. Mohammadi wurde inhaftiert. Ihr Mann, der Journalist und politische Aktivist Taghi Rahmani, ging 2012 ins Exil. Die gemeinsamen Zwillinge Ali und Kiana, damals acht Jahre alt, verließen den Iran kurz darauf und zogen zu ihrem Vater nach Frankreich.

Seitdem war es meistens dunkel in der Wohnung. In den vergangenen zwei Jahrzehnten wurde Mohammadi immer wieder festgenommen und verurteilt – wegen ihres Engagements für Menschenrechte, ihrer Kritik an der Todesstrafe und ihres Einsatzes für Frauenrechte. Rückzug kam für sie dennoch nie infrage. Ihre Beharrlichkeit und die persönlichen Kosten ihres Engagements machten sie international bekannt.

Mohammadi war auch inhaftiert, als sie im Jahr 2023 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde. Anfang dieses Jahres wurde sie erneut verurteilt – wegen „Verschwörung“ und „propagandistischer Aktivitäten“. Während der Trauerfeier für einen bekannten Menschenrechtsanwalt hatte Mohammadi die geistliche Führung des Landes kritisiert.

Nun wurde die 54-Jährige aus dem Frauengefängnis in Zandschan auf medizinischen Hafturlaub entlassen – wie lange, ist unklar. „Unser tägliches Leben im Iran ist ein Kampf“, sagt sie. „Und ich führe diesen Kampf jeden Tag, überall – selbst im Gefängnis.“