Eine Collage aus Waffen und Patronen die Österreich bilden

Warum Österreich ein Land der Waffen ist – und trotz neuem Gesetz bleibt

Österreichs Waffen sind Exportschlager, Flinten Folklore, und die Zahl der privaten Pistolen steigt. Warum?

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Die meisten Mitarbeiter sind bereits im Feierabend, die schweren Maschinen stehen an diesem Montagnachmittag still. Es wirkt nicht so, doch in dieser unscheinbaren Fabrikhalle bei Kleinraming, einer Ortschaft in Oberösterreich, werden letale Waffen hergestellt. 

Aus den langen Metallzylindern, die hier verarbeitet werden, entstehen Steyr-Läufe, wie sie im StG 77 verbaut sind, dem Standardgewehr des Bundesheeres. Sie werden in Gewehren verbaut, mit denen sich Jäger auf die Pirsch legen, oder in Dienstwaffen der Polizei. Oder sie gehören bald einer Privatperson, die zu Hause eine Waffe besitzen will.

Steyr Arms ist – nach Glock – Österreichs größter Schusswaffenproduzent.

Kleinkalibrige Schusswaffen sind einer der wenigen Bereiche, in denen das Land in der Weltspitze rangiert: Kein Wunder, immerhin rüstet Glock laut eigenen Angaben seit Jahren zwei Drittel aller Strafverfolgungsbehörden in den USA aus. Dazu kommt der unersättliche amerikanische Privatmarkt. Aber auch in Österreich machen Waffenhersteller ein gutes Geschäft: Die Zahl der Waffenbesitzer steigt seit Jahren stark.

Ausgerechnet das neutrale Österreich ist ein Land der Waffen. Gewehre sind wichtig für die Wirtschaft, Flinten gehören zum Kulturgut. Als aber am 10. Juni ein Amoktäter am BORG Dreierschützengasse in Graz zehn Menschen tötete, fragte sich ganz Österreich, wie so etwas passieren konnte und ob man hier doch zu leicht zu einer Waffe komme. Nach dem Amoklauf nahm sich die Regierung eine Gesetzesreform vor, beschlossen ist sie noch nicht. 

Wer sind die Menschen, die in Österreich eine Waffe besitzen? Und was wird sich für Produzenten und Privatpersonen in Zukunft ändern?

Iris Bonavida

Iris Bonavida

ist seit September 2022 als Innenpolitik-Redakteurin bei profil. Davor war sie bei der Tageszeitung "Die Presse" tätig.

Max Miller

Max Miller

ist seit Mai 2023 Innenpolitik-Redakteur bei profil. Schaut aufs große Ganze, kritzelt gerne und mag Grafiken. War zuvor bei der „Kleinen Zeitung“.