Musikerin Verifiziert

Auswege aus der Dämmerphase: Sängerin Verifiziert

© Sony Music

Aufgedreht
02/04/2022

Wiener Cloud-Pop-Sängerin Verifiziert: Die Schlaflosen

Nicht nur für die Generation Z: Wie der Cloud-Pop der Wiener Musikerin Verifiziert uns die Gegenwart erträglich macht.

von Philip Dulle

Gute Popmusik funktioniert wie ein Gefühlsverstärker: Sie macht glücklich, entspannt, euphorisiert, lässt uns tanzen – aber auch zu Tode betrübt unter der Bettdecke hocken. Bei der Wiener Musikerin Verifiziert kommen all diese Eigenschaften wundersam zusammen. Seit ihren ersten SoundCloud-Veröffentlichungen 2019 („Golf 4“) macht die heute 24-Jährige da weiter, wo sich erfolgreiche Rap-Kollegen wie Yung Hurn („Nichts mehr fühlen“) längst zwischen nihilistischen bis nebelverhangenen Beats verloren haben und nach neuen Themen suchen.

Verifiziert findet lieber Songzeilen, die nicht nur das Aufwachsen der Generation Z in Zeiten der Pandemie erklären, sie sucht auch nach Auswegen aus dieser nicht mehr enden wollenden Dämmerphase zwischen Tag und Nacht, zwischen #selfcare und dunklen Augenringen, Heartbreak und Selbstisolation: „Die Batterie schon wieder leer / Und mein Herz schon wieder schwer / Wo kommen all die sad vibes schon wieder her?“, heißt es in ihrer grandiosen Wien-Liebeserklärung „Schlaflos“, und sie klingt dabei nach krachendem Trap, verwaschenen Synthies, R&B und Gitarren-Samples: Musik von heute, die in Richtung Zukunft weist. Und wie geht es mit Yung Hurn weiter? Auf seinem Spotify-Profil steht: „2022 wird unser Jahr 😔😅😂😂😑🤌“. Wir erwarten Großes.

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