Ukrainische Rapperin Alyona Alyona

Ukrainische Rapperin Alyona Alyona

© APA/AFP

Aufgedreht
03/04/2022

Krieg in der Ukraine: Streamen gegen Putin

Warum die Popwelt jetzt Farbe bekennen muss.

von Philip Dulle, Lena Leibetseder

Die Forderung ist klar und nachvollziehbar: Um auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine aufmerksam zu machen, wollen ukrainische Künstlerinnen und Künstler die Cover-Artworks ihrer Alben auf Streaming-Plattformen wie Spotify und Apple Music ändern, um so Informationen zum Vorgehen des russischen Aggressors zu verbreiten. „Während ihr euch dieses Lied anhört, sterben Ukrainer:innen durch russische Attacken“ soll auf Englisch und Russisch vor blau-gelbem Hintergrund stehen.

Die Nachricht ist bewusst auch auf Russisch formuliert, denn Aktivistinnen wie die ukrainische Rapperin Alyona Alyona wollen damit insbesondere ihre Fans in Russland erreichen. Nun haben die Streaming-Riesen der Forderung aber eine Absage erteilt. Mit fadenscheinigem Grund: Keine politischen Botschaften sollen die digitalen Pop-Landschaften kontaminieren. Diese „No politics“-Devise ist seit jeher auch beim größten Trash-Pop-Fest der Welt, dem Eurovision Song Contest, Gesetz. Ob es auch heuer umsetzbar sein wird, ist fraglich. Der ukrainische ESC-Act, die Folk-Rap-Gruppe Kalush Orchestra, steht in diesen Tagen an der Front und kämpft; ihr Song „Stefania“ hat sich inzwischen zum Protestsong und zur Anti-Kriegs-Hymne entwickelt. Es wird ernst. Auch in der Popmusik.

 

Von RAF Camora über Squid Game“ bis Adele: Alle Aufgedreht-Kolumnen lesen Sie unter profil.at/aufgedreht.

Jetzt auf Spotify: Die Songs der Woche von Lena Leibetseder und Philip Dulle in der Aufgedreht-Playlist. Jeden Freitag neu.